Konzert

Herbert Grönemeyer dreht bei Jools Holland im Dortmunder FZW auf

Schüchtern und euphorisch: Herbert Grönemeyer als Überraschungsgast des britischen Pianisten Jools Holland in Dortmunder FZW. Foto: WR/Franz Luthe

Schüchtern und euphorisch: Herbert Grönemeyer als Überraschungsgast des britischen Pianisten Jools Holland in Dortmunder FZW. Foto: WR/Franz Luthe

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Dortmund.Hoher Besuch im FZW: Herbert Grönemeyer und Marc Almond gaben am Donnerstag ein Gastspiel in Dortmund – als musikalische Gäste des britischen Pianisten und Showmasters Jools Holland.

Etwas schüchtern zuerst – aber dann umso euphorischer: Herbert Grönemeyer wirkte beim ersten Part seines kurzen Gastspiels im FZW am Donnerstag ein wenig verloren. Von den rund 800 Fans (ausverkauft!) begeistert empfangen und selbst von den Musikern beklatscht schien es fast, als sei ihm der ganze Trubel peinlich.

Wie ein kleiner Junge stand er da, grinsend, die Hände in den Hosentaschen vergraben. Schließlich war er doch nur für drei Songs Gast beim Konzert des britischen Pianisten und Showmasters Jools Holland. Und wem wäre es nicht irgendwie unangenehm, von seinem Gastgeber als „one of the most amazing voices I know“ („eine der erstaunlichsten Stimmen, die ich kenne“) angekündigt zu werden?

Aber selbst als Gast nahm der Ex-Bochumer den Saal mit einem Wimpernschlag ein. Der erste von drei Songs, Randy Newmans wunderschöne Ballade „Marie“, war dabei ein ganz besonderer Moment: Ein wenig versonnen und in sich gekehrt stand Grönemeyer da, nahm seine ansonsten so kraftvolle Stimme sehr zurück – vielleicht auch aus eigener emotionaler Bindung. Er selbst hatte seiner Tochter Marie 1991 einen gleichnamigen Song auf „Luxus“ gewidmet. Zudem ist das Newman’sche „Marie“ das Lied, mit dem Grönemeyer auf dem neuen Album „Jools Holland and Friends“ vertreten ist, das am 16. September erscheint.

Bei den nächsten beiden Stücken, darunter auch sein eigener Song „Mensch“, drehte Grönemeyer dann den „Herbie-Pegel“ hoch. Wie man ihn kennt, eben.

Songs mit den Großen der Musikszene

Jools Holland, obwohl in Deutschland kaum bekannt, ist in seiner Heimat Großbritannien eine Legende. Nicht zuletzt wegen seiner allabendlichen Show „Later with Jools Holland“ in der BBC, in die er neben den ganz Großen der Musikszene auch Newcomer einlädt. Genauso hält er es mit seinen Alben, auf denen er mit Sting, Bono, David Gilmore, George Harrison, Eric Clapton und Co. zusammenarbeitet. Und mit Herbert Grönemeyer.

Kein Wunder also, dass auch das Konzert eher einer Show glich. Holland selbst brillierte nicht nur am Flügel, sondern auch als charmanter Gastgeber, Typ „netter Mann von nebenan“. In bester „Later with...“-Manier stellte er dem Publikum jeden seiner Musiker als Gast vor. Die Sängerinnen Ruby Turner, Louise Marshall und Suzi Woods ebenso wie die eigentlichen Überraschungsgäste Marc Almond und Herbert Grönemeyer. Holland selbst hielt sich im Hintergrund und war dennoch immer präsent.

Durchweg geniale Blues-Musiker

Und wo bei manch anderen Konzerten die Genialität der Musiker nur hier und da aufblitzt, zog sich ihre Klasse am Donnerstag durch den kompletten Zwei-Sunden-Auftritt. Von den Fans umjubelt vor allem das Solo von Schlagzeuger Gilson Lavis und die vier Songs von Soul-Röhre Ruby Turner.

Ein wenig skurril, aber nicht weniger großartig, der Auftritt von Marc Almond, der es irgendwie geschafft hat, sich seit der Glanzzeit von Soft Cell in den 80ern kaum zu verändern. Bei vier Stücken stand der schillernde Engländer am Mikro – unter anderem bei einer Blues-Version von „Tainted Love“, die allerdings ein wenig gezwungen wirkte.

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