Seniorentanztheater da-sein

Getanzte Momente des Daseins

Seniorentanztheater des Ballett Dortmund mit der Produktion DaSein. Foto: Ute Weller

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Dortmund. Bewegung als Ausdruck der eigenen Innerlichkeit, Bewegung aber auch als Reflexion ihrer selbst. Eine Thematik, die sich wie ein roter Faden durch das Tanztheaterstück „da-sein“ des Ballett Dortmund zieht.

Seine Uraufführung feierte das Stück jetzt im Dortmunder Schauspielhaus. Alle Tänzer sind zwischen 55 und 75 Jahre alt und Mitglieder des Seniorentanztheaters. Seit über einem Jahr trainieren die 24 Frauen und zwei Männer zusammen. Unterstützt werden sie vom Ballett Dortmund unter Xin Peng Wang.

Neue Körperlichkeit

Die außergewöhnliche Besetzung sorgte für ein ganz neue Form von Körperlichkeit. Keine muskulösen Tänzer und Tänzerinnen bewegten sich auf der Bühne. Stattdessen weiche Körperformen, von denen eine selbstverständliche Natürlichkeit ausging.

Diese Natürlichkeit spiegelte sich auch in der Choreographie des Stücks unter Leitung von Tanzpädagogin Barbara Cleff wider. Konzentriert, ganz bei sich selbst und dabei völlig unprätentiös wirkte die Darstellung der Tänzer. In verschiedenen Szenen präsentierten sie Momente und Stimmungen des Lebens, untermalt mit Musik von Künstlern wie Astor Piazzola, Donizetti oder Kurt Weill.

Auch die Verknüpfung von Sprache und Tanz spielte in einigen Szenen eine bedeutende Rolle. Während der Darbietungen wurden Gedichte von Heinrich Heine und Ingeborg Bachmann rezitiert. Hier rückte die schauspielerische Leistung der Akteure in den Vordergrund. Zu Bachmanns Ausführungen über das Thema Heimatlosigkeit trat jeder der Tänzer mit einem persönlichen Gegenstand auf die Bühne: Heimat, nicht definiert durch Orte und Länder, sondern durch Erinnerung.

Im Laufe des Abends begeisterte das Stück immer wieder aufs Neue. Vorallem die Poetik und Melancholie einzelner Darbietungen, beispielsweise der fast spielerische Tanz zwischen Frau und Luftballon sowie ein aufgeladener Tango, faszinierten. Und auch die Gestaltung des Bühnenbilds fügte sich in die Gesamtkonstellation. Bedeutung kam vor allem dem Lichtarrangement zu. Unterschiedliche Farben hoben die Stimmung während der einzelnen Szenen hervor.

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