BVB

Ganz Dortmund feiert friedlich mit dem BVB das Double

Der BVB hat erstmals das Double gewonnen! Ganz Dortmund feierte den Pokalsieg, so wie hier in der Westfalenhalle. Foto: Steffen Gerber

Der BVB hat erstmals das Double gewonnen! Ganz Dortmund feierte den Pokalsieg, so wie hier in der Westfalenhalle. Foto: Steffen Gerber

Dortmund.   So schwarz-gelb war Dortmund noch nie: Schon Stunden vor Anpfiff tummelten sich Tausende BVB-Fans in der Stadt – auf dem Friedensplatz und Hansaplatz, in der Westfalenhalle und an vielen anderen Orten. Nach dem Pokalsieg feierten die Anhänger ausgelassen das Double, und zwar überwiegend friedlich: Laut Polizei gab es 35 Strafanzeigen und neun Festnahmen, dazu etwas Ärger wegen Pyrotechnik.

So früh so schwarz-gelb – war das sonst auch so? Gefühlt nein... Schon Samstag morgens tummelten sich Hunderte Fans in Schwarz-Gelb in der Stadt. Am Nachmittag waren es dann Tausende. Gegen 19 Uhr waren es Zehntausende. So ausgelassen und wild hat Dortmund seinen BVB lange nicht mehr gefeiert. Ein Autokorso jagte am Abend den nächsten auf dem Wall, von den Hupkonzerten dürften zu Wochenanfang die Ohrenärzte profitieren. Gab ja auch noch nie ein Double...

In der Spitze sollen sich 8.400 Zuschauer am Friedensplatz und 5.500 Personen am Hansaplatz aufgehalten haben. An der Reinoldikirche zählte die Polizei rund 1.000 Zuschauer. Die Fananziehungspunkte Alter Markt und Hoeschpark waren während der Spielzeit deutlich geringer besucht. In den Westfalenhallen verfolgten 12.000 BVB-Fans das Pokalspiel. Den Sieg feierten die Anhänger überwiegend friedlich in der gesamten Innenstadt. Nach Spielende sammelten sich auf dem Alten Markt in der Spitze 2.500 Personen. Auf dem Borsigplatz und dem Wallring bildete sich ein Autokorso. Gegen 23.30 Uhr gab es laut Polizei keine Verkehrsbeeinträchtigungen im Stadtgebiet mehr. Die Feierlichkeiten in der Innenstadt gingen jedoch noch weit über Mitternacht hinaus...

Polizei und Feuerwehr sahen "friedliche Feiern"

Während des Spielverlaufs und der anschließenden Feierlichkeiten wurde wiederholt Pyrotechnik gezündet. Es konnten in 24 Fällen Tatverdächtige festgestellt werden, gegen die die Polizei ein Straf- bzw. Ordnungswidrigkeitenverfahren einleitete. Bis 1 Uhr wurden insgesamt 35 Strafanzeigen unter anderem wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz, Beleidigung und Körperverletzung angefertigt, teilte die Behörde mit. Es wurden zudem insgesamt 38 Platzverweise ausgesprochen und neun Personen in Gewahrsam genommen.

Mit insgesamt neun Brandeinsätzen und 96 Rettungsdiensteinsätzen war laut städtischer Mitteilung nur ein leicht erhöhtes Einsatzaufkommen für die Feuerwehr gegenüber „ganz normalen“ Samstagen in der City zu verzeichnen. Das DRK verzeichnete 69 Versorgungen und 20 Transporte in der Innenstadt, wobei es keine Behandlungen aufgrund von Pyrotechnik gab.

Partybeginn schon am Nachmittag

Der Friedensplatz bot sogar schon gegen 17.30 Uhr ein flächig schwarz-gelbes Bild. Auf dem Hansaplatz warteten da auch schon viele auf den Anpfiff, aber wirklich voll wurde es erst eine Stunde später. Das selbe Bild auf den drei anderen Public-Viewing-Plätzen – Westfalenhalle, Hoeschpark, Reinoldikirche. Und in den Kneipen, vor allem im Kreuzviertel, sowieso. Klar, dass auch schon um 18.30 Uhr lautstarke Fangesänge vom Friedensplatz her über die Stadt waberten. Und dazwischen waberte der Polizeihubschrauber hin und her. Nervtötend...

Dortmunds Kioske – nicht umsonst liebevoll Trinkhallen genannt – hatten schon den ganzen Tag über Highlife. Die meisten, geprägt von den Erfahrungen vergangener schwarz-gelber Sausen, müssen ihre Biervorräte auf Paletten vor der Tür lagern. Flaschenbier ist wegen des Glasverbots in der Innenstadt übrigens eher unbeliebt.

Rappelvoll auf Friedensplatz, Hansaplatz und Markt

Der Friedensplatz als traditioneller Ort stilvoller BVB-Feierei war als erstes überlaufen. Eigentlich schon am Nachmittag. Hier wurden auch kurz vor Abpfiff gegen 21.30 Uhr zig Schnapsleichen von den Sanitätern vom Platz getragen (der Rettungsdienst war mit mehr als 80 Kräften in der Stadt unterwegs).

Bereits vor Spielbeginn warfen ein paar Chaoten auf dem Friedensplatz Böller aus der Menge gegen die Leinwand. Auch während des Spiels zünden immer wieder Bengalos und Rauchbomben. Die Warnung aus den Lautsprechern lässt nur kurz auf sich warten: „Lasst den Scheiß oder geht nach Hause!“