Rechtsextremismus

Freitag Frühjahrsputz gegen Nazis in Dortmund-Dorstfeld

Dortmund von Nazi-Symbolen befreien: Iris Bernert-Leushacke (li.) und Ula Richter laden Freitag zum Frühjahrsputz in Dorstfeld.

Dortmund von Nazi-Symbolen befreien: Iris Bernert-Leushacke (li.) und Ula Richter laden Freitag zum Frühjahrsputz in Dorstfeld.

Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.   Mit Eiskratzern gegen Nazis: Das Bündnis „Dortmund gegen Rechts“ ruft für Freitag wieder zum antifaschistischen Frühjahrsputz auf. Die Rheinische Straße bis hin nach Dorstfeld, wo viele Neonazis wohnen und mitunter Anwohner belästigen, soll von rechten Symbolen gesäubert werden.

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Sie sind bewaffnet und viele. Und sie haben ein Ziel: ein Stadtbild frei von Nazi-Propaganda. Mit Eiskratzern und Putzmittel wollen Dortmunder Schüler, Azubis und engagierte Bürger am Freitag die Rheinische Straße von Nazi-Aufkleber säubern. Auch wenn es davon in den letzten Jahren immer weniger gegeben hat, sind sie im Stadtbild Dorstfelds noch immer sichtbar. „Die Aufkleber stecken das Revier ab“, sagt Iris Bernert-Leushacke, Sprecherin des Bündnisses.

Mit 80 bis 100 Teilnehmern rechnet das Bündnis für den Frühjahrsputz. Der beginnt Freitag um 15 Uhr an der Haltestelle Heinrichstraße und führt von dort bis zum Wilhelmplatz. Hier wird es eine Abschlusskundgebung mit Musik und Reden geben.

„Wir wollen zeigen, dass es möglich ist, aktiv Widerstand gegen Nazis zu leisten“, sagt Ula Richter, ebenfalls Sprecherin des Bündnisses. Trotz des ernsten Anlasses sei die Stimmung auf der Route immer entspannt, fröhlich und lustig. „Zum Teil entwickelt sich ein fast schon sportlicher Ehrgeiz, wenn es darum geht, Aufkleber von Laternenmasten oder Straßenpollern zu entfernen“, sagt Bernert-Leushacke mit einem Lächeln.

„Muntermachspaziergang“

Ihre Aktion sehen die beiden Sprecherinnen als Muntermachspaziergang: „Wenn wir die Rheinische Straße entlangziehen, sieht das schön aus und macht Spaß“, erklärt Ula Richter. Wer sich dafür interessiere, müsse am Freitag einfach nur zum Treffpunkt kommen, alle nötigen Geräte bringt das Bündnis mit, die Polizei wird den Frühjahrsputz begleiten.

Die beiden Sprecherinnen warnen allerdings davor, die Aufkleber mit bloßen Händen zu entfernen, denn die Nazis greifen zu einem besonders perfiden Trick: Manchmal finden sich unter den Aufklebern Rasierklingen. Wer den Aufklebern ohne Hilfsmittel zu Leibe rücken will, kann böse Verletzungen davon tragen.

Den Zeitpunkt für den Antifaschistischen Frühjahrsputz wählten die Veranstalter, um vor der ursprünglich geplanten Neonazidemo ein Zeichen zu setzen. Zudem startet an diesem Tag der Prozess gegen zwei stadtbekannte Neonazis wegen des brutalen Überfalls auf eine DGB-Veranstaltung.

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