OB-Wahl

Frauen prüfen die Kandidaten Sierau und Pohlmann

Foto: WR Dortmund/Knut Vahlensieck

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Dortmund. Spätestens seit dieser Woche ist sie angelaufen, die heiße Phase um die erneute Oberbürgermeisterwahl am 9. Mai in Dortmund. Bei einem der wenigen Aufeinandertrefften bezogen die beiden OB-Kandidaten Sierau und Pohlmann vor dem veranstaltenden Frauennetzwerk Stellung.

Bei einer Podiumsdiskussion im Hörsaal der Fachhochschule trafen die Kandidaten Joachim Pohlmann (CDU/FDP/Bürgerliste) und Ullrich Sierau (SPD) jetzt bei einem der wenigen gemeinsamen Foren aufeinander.

Organisiert wurde das Treffen vom Frauennetzwerk „Ladies' Goal", das sich mit dem Motto „Frauenpower trotzt Wirtschaftskrise: Dortmunderinnnen fordern OB-Kandidaten" den frauenpolitschen Themen des Wahlkampfs widmete.

Es mangelt an Betreuungsplätzen

Ein Schwerpunkt auch: Frauen in Führungspositionen. Den Hauptteil der Veranstaltung bildete die von Britt Lorenzen moderierte Fragerunde. Zunächst einmal gab es hier die Gelegenheit, etwas über die persönliche Seite Pohlmanns und Sieraus zu erfahren. Nach bekanntem Muster gab Lorenzen Sätze vor, die von den OB-Kandidaten ergänzt werden mussten. Anlass für Sierau, gleich in den Wahlkampf einzusteigen. Den Satz, Erfolge feiere ich, vervollständigte er mit „zu selten”.

Zum Schwerpunkt: Der Anteil von Frauen in Führungspositionen ist auch in Dortmund noch immer zu gering. Kandidat und Planungsdezernent Ullrich Sierau forderte, auch in der Verwaltung Frauen mehr Verantwortung zu übertragen. In speziellen Trainee- und Mentoringprogrammen würden sie schon jetzt auf Führungspositionen vorbereitet. Pohlmann sprach sich in diesem Zusammenhang gegen den Begriff der Frauenquote aus. Es reiche aus, in Ausschreibungen zu formulieren, dass Frauen bei gleicher Qualifikation bevorzugt eingestellt würden.

Und natürlich diskutierten die Anwesenden auch über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Denn insbesondere an Betreuungsplätzen für unter Dreijährige mangelt es in Dortmund. SPD-Kandidat Sierau verwies hier auf die Notwendigkeit von ehrenamtlichem Engagement und nannte das Mütterzentrum Dorstfeld als Beispiel. CDU-Vetreter Pohlmann präsentierte seinen Ansatz der sogenannten „Kinderstuben”. Im Rahmen dieser Übergangslösung sollen leere Wohnungen von der Stadt finanziert und ausgestattet werden. Tagesmütter würden dann dort zur Betreuung der Kinder eingesetzt. Zudem forderte Pohlmann, städtische Kindergärten in die Hand von privaten Trägerschaften oder Kirchen zu geben, um somit unter anderem die „Zentralisierung” von Streiks zu verhindern. Ein Vorschlag, der im Publikum auf Widerspruch stieß.

Grundsätzliches zum Wahlkampf

Abseits von frauenpolitischen Themen kam auch Grundsätzliches zum aktuellen OB-Wahlkampf zur Sprache, was die gereizte und angespannte Stimmung zwischen beiden Kandidaten deutlich werden ließ.

So forderte Pohlmann mehr Transparenz und „Schluss mit dem Selbstbedienungsladen”, eine Anspielung auf den Betrugsfall in der Stadtverwaltung. „Ehrlichkeit, das wäre mal was”, sagte er.

Sierau konterte: „Die Bürger mögen selbst beurteilen, wer die Stadt durch diese Krise führen wird.”

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