Feldhoff-Häuser versinken im Dreck

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Grau und mächtig stehen die markanten Eckhäuser der Feldhoff-Stiftung in der Nordstadt. Zum Beispiel an der Mallinckrodtstraße 277, wo der "Deutsche Hof" verfällt. Oder die Nr. 235, wo fast kein Klingeschild mehr einen Namen trägt. Nur zwei von

Rund um die Mallinckrodtstraße hat der Bauunternehmer Feldhoff (sich) ein Denkmal gesetzt. Mit zahlreichen Häusern - die allerdings nicht unter Denkmalschutz stehen.

Als er 1975 stirbt, werden alle Immobilien der Heinrich-Feldhoff-Stiftung vermacht. Mit dem Zweck, erwirtschaftete Erlöse hilfsbedürftigen Dortmundern zugute kommen zu lassen. Tatsächlich schüttetet die Stiftung bis 1999 über 1,5 Mio. DM aus. Wie von Feldhoff gewünscht.

Seine Häuser sprechen heute eine deutliche Sprache: Viel Geld kann in ihre Instandhaltung nicht geflossen sein. An der Mallinckrodtstraße gehörten Feldhoff die Hausnummern 217/219, 235, 272, 274, 277 und 317. Die Grundstücke 272/274 (das Haus, das Feldhoff selbst bewohnte) sind neu bebaut - von Hans-Georg Hovermann auf Erbpacht. Jener ehemalige CDU-Fraktionsvorsitzende Hovermann, der 2003 selbst für seine Bau-/Immobilienfirmen Insolvenz anmelden musste - und der 2004 die Hausverwaltung für die Stiftung übernahm. Aber auch der Laie hat schnell den Eindruck, dass nicht wirklich von Verwaltung die Rede sein kann.

An glorreiche Zeiten erinnert nichts mehr

Mallinckrodtstraße Nr. 277/Ecke Arnoldstraße: Das Haus trug in grauer Vorzeit ein ockergelbes Farbkleid. Längst ist es geschwärzt. Sechs Geschosse türmen sich auf - wie bei vielen der Feldhoff-Gebäude. Doch an glorreiche Zeiten erinnert hier nichts mehr: Ein Jägerzaun hält Besucher vom Eingang zum einstigen "Deutschen Hof" fern; nebenan ein Schild: "Balkan-Shop - Lagerverkauf". In der ersten Etage residiert laut Beschilderung "H-Clean". Doch sauber ist hier gar nichts. Die hölzernen Fensterrahmen vom "Deutschen Hof" zerbröseln - wie die Stiftung...

Mallinckrodtstraße 235: verlassene Geschäfte, verlassene Eckkneipe, herabgelassene Rolläden schlagen Wellen. Ein Blick ins Haus: Graffiti auf violetten Jugendstilfliesen, Müll, überquellende, aufgebogene Briefkästen, zerbrochene Fensterscheiben. Und eine marode Haustüre lädt täglich zum Tag der offenen Tür ein. Brandspuren in einer der leer stehenden Wohnungen. In einer anderen wurde eine provisorische Wohnungstür mit einem Riegel und Vorhängeschloss montiert. Im Innenhof wächst ein Sperrmülllager...

So oder ähnlich sieht es in und um die meisten Feldhoff-Häuser aus. Schöner wohnen geht anders. Somit überraschen auf angenehme Art die Objekte an der Clemens-Veltum-Straße 75/77/79/81 (einst Lessingstraße): Die Sozialwohnungen für Alte und Behinderte wurden von der Stiftung 1986 auf eigenen Grundstücken gebaut ( Baukosten ca. 7 Mio. DM). Gefördert mit öffentlichen Mitteln (4 Mio. DM), ansonsten finanziert, was die Finanzmisere der Stiftung mitbestimmt.

Doch selbst dieses "Vorzeigeobjekt" leidet unter der Finanznot der Feldhoff-Stiftung: Die Mieter können Grünbereich und Spielplatz nicht mehr nutzen. Beides ist verwahrlost und abgesperrt.

Lesen Sie morgen:

So wohnen Mieter der Feldhoff-Stiftung

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