Plangenehmigung erteilt

Endlich! Grünes Licht für Umbau des Hauptbahnhofs

So wie hier am schon sanierten Bahnhof in Hörde sollen in einigen Jahren auch die Bahnsteige am Dortmunder Hauptbanhof aussehen vom Leitsystem für Sehbehinderte auf dem Boden bis hin zum Bahnsteig-Dach "Typ Zwiesel".

So wie hier am schon sanierten Bahnhof in Hörde sollen in einigen Jahren auch die Bahnsteige am Dortmunder Hauptbanhof aussehen vom Leitsystem für Sehbehinderte auf dem Boden bis hin zum Bahnsteig-Dach "Typ Zwiesel".

Foto: Dieter Menne

Dortmund.  Die Umbau-Pläne des Dortmunder Hauptbahnhofs sind einen großen Schritt vorangekommen. Das Eisenbahn-Bundesamt hat die aktuellen Pläne für den barrierefreien Ausbau der Bahnstation genehmigt. Wir erklären, was und vor allem wann sich am maroden Dortmunder Hauptbahnhof endlich etwas tun soll.

Die Vorgeschichte:

1996 gab es im wahren Wortsinn hochfliegende Pläne: Unter dem Titel Ufo wurde über eine Überbauung des erneuerten Bahnhofs mit einem Einkaufszentrum nachgedacht. Das Vorhaben platzte ebenso wie das Nachfolge-Projekt unter dem Titel "3do". 2008 stand man wieder vor dem Nichts.

2009 kam wieder Bewegung in die Sache, weil die Hauptbahnhöfe im Ruhrgebiet für die Kulturhauptstadt Ruhr aufgehübscht werden sollten. Während der Essener Hauptbahnhof komplett saniert wurde, reichte es in Dortmund finanziell und zeitlich nur für eine Auffrischung des Kopfgebäudes im Stil der 1950er-Jahre. Dahinter herrscht auf dem Weg zu und auf den Bahnsteigen weiter Tristesse.

Was ist das Problem?

Bahnhofstunnel und Bahnsteige sehen nicht nur unansehnlich aus. Der Bahnhof ist auch nicht behindertengerecht. Rollstuhlfahrer erreichen die Bahnsteige nur - nach Voranmeldung - über einen Gepäckaufzug. Auch mit Kinderwagen oder schwerem Gepäck sind die Züge nur mühsam zu erreichen. An vielen Bahnsteigen gibt es nicht mal eine Rolltreppe. Ebenso wenig wie am tiefergelegenen Nordeingang.

Wie sehen die Pläne aktuell aus?

Die Planungen für den Rhein-Ruhr-Express (RRX) mit entsprechenden finanziellen Mitteln brachten wieder einen Schub für den heiß ersehnten Bahnhofsumbau. 2012 stellte die Bahn AG ihre neuen Planungen vor. Sie sehen zwar keinen Ausbau, aber zumindest einen barrierefreien Umbau der Bahnstation vor.

Dazu soll der enge Zugangstunnel zu den Bahnsteigen von 9 auf 13,20 Meter verbreitert werden. In der Mitte ist dann Platz für Aufzüge zu den Bahnsteigen. Auch mehr Rolltreppen soll es geben - vor allem auch vom und zum Nordeingang.

Im Norden soll außerdem eine "Mall", also eine Fußgänger-Passage als Verbindung zur Stadtbahn-Station entstehen. Die wird derzeit - bis 2019- von der Stadt erweitert und verschönert. Die Bahnsteige bekommen neue Böden mit Leitsystem für Sehbehinderte, neue "Möbel" und neue Bahnsteig-Dächer - vom "Typ Zwiesel".

Wie ist der Zeitplan?

Nach den bisherigen Plänen der Bahn soll der Umbau Anfang 2017 beginnen. Gebaut wird in neun Phasen, die sich über sechs Jahre ziehen. Denn es muss bei laufendem Bahnbetrieb gebaut werden. Erst 2023 ist der erneuerte Hauptbahnhof also fertig. Ob es dabei nach der Plangenehmigung durch das Eisenbahn-Bundesamt bleibt, dazu gab es von der Bahn AG auf unsere Anfrage bislang keine Antwort. Immerhin enthält die Plangenehmigung, die im Internet abrufbar ist, keine unerwarteten hinderlichen Auflagen für die Bauarbeiten.

Wie steht es um die Finanzierung?

Gut. Insgesamt 107 Millionen Euro soll der Umbau kosten. Wobei nach einer im Dezember 2014 geschlossenen Finanzierungsvereinbarung die Bahn selbst nur einen Anteil von 15,7 Millionen Euro hat. Der Bund übernimmt 46,5 Millionen Euro, das Land 45,2 Millionen Euro.

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