Gesundheit

Einstellungsstopp im Klinikum

Das Krankenhaus hat seinen Personalstamm wieder erhöht und neue Ärtze und Pflegekräfte eingestellt.

Das Krankenhaus hat seinen Personalstamm wieder erhöht und neue Ärtze und Pflegekräfte eingestellt.

Foto: WR/Franz Luthe

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Dortmund. Der Gewinn von 1,1 Mio. Euro, den das Klinikum 2011 erwirtschaftet hat, dürfte vorerst die große Ausnahme bleiben: Auch nach dem Abzug der Unternehmensberater von Roland Berger bleibt das Krankenhaus ein Sanierungsfall. Als erste Maßnahme soll nun ein Einstellungsstopp her, wie bei der Aufsichtsratsklausur am Wochenende bekannt wurde.

Gerade erst musste der Rat der Stadt eine Bürgschaft von 5 Millionen Euro auflegen, damit das größte Krankenhaus Nordrhein-Westfalens die über Kredit finanzierten Weihnachtsgelder an seine Beschäftigten auszahlen kann. Mit Ernüchterung nahmen die Aufsichtsräte zur Kenntnis, dass sich bis Ende des laufenden Geschäftsjahres ein neues Defizit zwischen 4 und 6,4 Millionen angehäuft haben wird und das Krankenhaus damit deutlich von seinem Wirtschaftsplan abweicht: Der sieht, reichlich optimistisch, ein Plus von 2,8 Mio. Euro vor.

Tatsächlich hat das Klinikum, 1950 Betten und 3900 Mitarbeiter groß, den Personalstamm seit 2011 wieder erhöht und rund 25 neue Ärzte und 45 Pflegekräfte in seine Dienste genommen. Der daraus entstehende Mehraufwand allerdings wird nicht einmal zur Hälfte aus der Krankenhausfinanzierung ausgeglichen. Folge: Die Personalkosten (inklusive der Tariferhöhungen im Öffentlichen Dienst) steigen im Vergleich zu 2011 um rund 5 Mio. Euro, während andererseits die erhofften Erlöse nicht Schritt halten könnten.

Die Gegenarznei, die man am heutigen Montag bei einer Pressekonferenz vorstellen möchte: Man will einen Einstellungsstopp verhängen und die Mittel für Bau- und Instandhaltung zurückfahren bzw. strecken.

Strukturell unterfinanziert

Das aktuell drängendste Problem des Hauses: die mangelnde Liquidität. Obendrein lasten Verbindlichkeiten von rund 146 Mio. Euro auf dem Krankenhaus (2011: 151 Mio. Euro).

Kommt hinzu: Der Neubau des 94 Mio. Euro teuren, zentralen OP--Traktes, erst in diesem Jahr ans Netz gegangen, hat noch lange nicht die erhoffte Sparwirkung entfaltet. 4,5 Mio. Euro Kosten sollen die modernen Anlagen durch bessere Arbeitsabläufe jährlich sparen - ob der Effekt aber tatsächlich in voller Höhe eintritt, wird von Aufsichtsräten zunehmend bezweifelt. Ihr Befund: die Krankenhausfinanzierung von Bund und Land reiche nicht aus, das Klinikum sei als Haus der Maximalversorgung nach wie vor strukturell unterfinanziert.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (2) Kommentar schreiben