Logistik

Dortmunds Ikea-Lager beliefert ganz Europa

Foto: Ralf Rottmann

Dortmund. Das Ikea-Logistiklager in Dortmund-Ellinghausen ist das einzige Lager dieser Art in Europa. Ähnliche Lager gibt es nur zweimal weltweit. Von hier aus werden Produkte an alle Ikea-Einrichtungshäuser Europas versendet. Mitten in diesem Warenfluss steht Volker Sommer (43).

Die Suppenlöffel der Familie McClary aus Dublin, die Gardinen der Iwanows aus Novosibirsk und der Sofabezug der Rodriguez aus Sevilla haben eines gemeinsam: Sie alle gingen schon durch die Hände von Volker Sommer und seinen Kollegen. Das Ikea-Lager in Dortmund-Ellinghausen beschäftigt 1300 Mitarbeiter, von hier werden Waren nach ganz Europa geliefert.

650 Tore nach Europa

Sein Arbeitsplatz ist eine der Lagerhallen des Geländes, in denen es nach Holz und Möbelmarkt riecht. Zig Regale, voll beladen von unten bis oben, reichen mit 32 Metern Höhe bis unter die Decke. Ein Computer steuert Kräne, die in den engen Fluren rangieren, und Kartons ein- und aussortieren. In einem anderen Abschnitt der Halle fahren Gabelstapler umher und bringen die Waren zu einem der 650 Tore der Halle, hinter denen Lkw zur Abfahrt nach ganz Europa bereit stehen. Volker Sommer ist Teamleiter, er teilt die Arbeiter ein, kontrolliert die Aufträge, die von überall aus der Welt eingehen, und sorgt vor allem für die Sicherheit der Arbeiter.

„Ganz ohne Pannen läuft es aber nicht immer ab“, erzählt Sommer. Das sei auch fast unmöglich bei einem Arbeitsfluss von 24 Stunden am Tag, 365 Tagen im Jahr auf einer Fläche von 135 Hektar, was mehr als 200 Fußballfelder sind. Es kann vorkommen, dass ein Karton von einem Regal stürzt oder zwei Gabelstapler zusammenstoßen. „Mit Prellungen und Schnittwunden müssen wir rechnen“, erzählt Sommer aus Erfahrung. Eines sei jedoch inzwischen fast ausgeschlossen. „Der Lampenschirm, den ein Einrichtungshaus in Dijon für einen Kunden bestellt, kommt mit Sicherheit dort an“, sagt er. Nicht selbstverständlich. Vor 15 Jahren noch hätte es passieren können, dass der Lampenschirm stattdessen nach Bratislava gelangte. Damals war noch nicht jeder Griff in die Regale computergesteuert.

Jede Ware, die heute in das Lager eingeht, ist mit einer Ziffer gekennzeichnet, die ein Computer abliest. In dieser Ziffer stecken Informationen darüber, in welches der endlos vielen Regalfächer der Karton geliefert werden soll. Diese Info liefert der Computer an die Maschinen, die sofort wissen, was zu tun ist. Eine Gondel nimmt die Ware auf und liefert sie zu dem entsprechenden Regal. Völlig selbstständig nimmt ein Kran die Ware entgegen und sortiert sie in das richtige Regalfach, das in 32 Metern Höhe liegen kann.

Damals hingegen war das so: Die Lieferungen gingen ein, Arbeiter suchten die Waren selbstständig zusammen und sortierten sie in die Regale. Da konnte auch schon mal ein Fehler unterlaufen.

Sommer erinnert sich an seinen ersten Arbeitstag, damals noch in Werne. „Ich hab’ mich zwischen den vielen Regalen verlaufen, fast hätte ich den Weg nicht mehr herausgefunden“, erzählt Sommer mit einem Augenzwinkern.

So etwas passiert ihm im neuen Lager nicht mehr. Das mag an der neuen Technik liegen, die den Warenfluss steuert. Vielleicht aber auch daran, dass sich das Ikealager auf einem alten Kohlelager befindet. Als ehemaliger Zechenarbeiter kennt sich Volker Sommer auf diesem Gebiet bestens aus.

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