Graffiti-Aktion

Dortmund: Polizei bewacht übermalte Nazi-Schmierereien

Mit einer Graffiti-Aktion haben am 6. September diverse Graffiti-Künstler Neonazi-Schmierereien in der Dortmunder Emscherstraße beseitigt. Die Wand steht seitdem unter Polizeischutz.

Mit einer Graffiti-Aktion haben am 6. September diverse Graffiti-Künstler Neonazi-Schmierereien in der Dortmunder Emscherstraße beseitigt. Die Wand steht seitdem unter Polizeischutz.

Foto: André Hirtz / FUNKE Foto Services

Dortmund.  Vor zwei Wochen haben Künstler in Dortmund Schmierereien von Neonazis mit Graffiti übermalt. Die Polizei bewacht seitdem die besprühte Wand.

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Die Polizei in Dortmund bewacht seit zwei Wochen 24 Stunden am Tag eine von Graffitikünstlern besprühte Wand im Stadtteil Dorstfeld. Die Künstler überdeckten damit Parolen in einem Straßenzug, den dort lebende Rechtsextremisten als vermeintlichen „Nazi-Kiez“ für sich reklamieren. Ein Polizeisprecher bestätigte die Maßnahme am Freitag. Die „Bild“-Zeitung hatte zuvor berichtet.

„Damit ein alter Angstraum nicht wieder auflebt, hat die Polizei im Schulterschluss mit der Stadt Dortmund und den Bürgern die Präsenz an der Örtlichkeit für die nächste Zeit deutlich erhöht“, sagte der Polizeisprecher. Die rechten Parolen waren am 6. September bereits von Künstlern unter Polizeischutz und Anwesenheit von Innenminister Herbert Reul (CDU) übersprüht worden.

Graffitis in Dortmund sollen ein Zeichen gegen Rechts setzen

Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange hatte damals angekündigt: „Wir werden auch in Zukunft dafür sorgen, dass der alte Zustand nicht wiederhergestellt wird.“ Konkret heißt dass, das seit der Aktion 24 Stunden am Tag ein Streifenwagen oder ein ziviler Wagen der Polizei vor der Wand steht.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht die 24 Stunden-Überwachung differenziert. Frank Schniedermeier, Polizist in Dortmund und Vorstandsmitglied der NRW-GdP, sagte: „Auf der einen Seite ist es gut, ein Zeichen zu setzen und zu zeigen, dass man Rechtsextremismus nicht toleriert. Auf der anderen Seite werden hier sehr viele Ressourcen gebunden: Unser Personal wird auch für viele andere Aufgaben gebraucht – die bleiben im Zweifelsfall liegen.“ (dpa)

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