Enorm große Vereinsdichte

„Der Hostedder ist gesellig”

Foto: WR

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Hostedde, einer der kleinsten Dortmunder Stadtteile, kann mit einer enorm hohen Vereinsdichte aufwarten. Ob BVB-Freundeskreis oder Brieftaubenzuchtverein, Chorgemeinschaft oder Hundesportverein – in Hostedde geht's fast immer gesellig zu.

Im Dortmunder Nordosten, zwischen Derne und Scharnhorst, liegt ein ländlicher Flecken reines Wohngebiet. Hostedde. Es gibt hier keine Industrieen (auch wenn hier viele ehemalige Kumpel wohnen) und nur einige wenige kleinere Dienstleistungsunternehmen und Gastwirtschaften sowie eine Neuapostolische Kirche. Vielen Dortmundern fällt, wenn sie an Hostedde denken, nur die Hostedder Straße als wichtige Verbindungstraße zwischen Lanstrop und der Dortmunder Innenstadt ein.

Doch hinter Hosteddes Kneipen und Treffpunkten geht viel mehr. Denn der nur rund fünf Quadratkilometer große Stadtteil glänzt mit einer enorm hohen Vereinsdichte. „Der Hostedder an sich ist sehr gesellig”, sagt etwa Anwohnerin Agatha Zimmermann, 82 Jahre jung und äußerst rüstig. „Ich werde auch gefordert”, sagt die Organisatorin der alljährlichen, weit über den Ortsteil bekannten „Schultreffen”, die die meisten ehemaligen Hostedder alle zwölf Monate wieder in der alten Heimat vereint. „Da reisen Bekannte aus ganz Deutschland an”, freut sich Zimmermann. Natürlich hat sie noch mehr Mitgliedschaften: So engagiert sich die „Unruheständlerin” seit mehr als 60 (!) Jahren für die CDU.

Legendäre Feten

Auch die zweite Volkspartei hat tiefe Wurzeln in Hostedde. In diesem Jahr feierten die Genossen des SPD-Ortsvereins Hostedde-Grevel mit OB Langemeyer und dem NRW-Sekretär Michael Groschek die 100-Jahr-Feier. Noch älter ist nur der Knappenverein „Glückauf”, gegründet im Jahr 1896.

Stimmung kommt auch bei der Chorgemeinschaft Derne auf, die in Hostedde für ihre vielfältigen Auftritte probt. Lyudmila Chermina, die Chorleiterin sagt: „Das ist zwar mein Beruf, aber er macht mir mit jedem Treffen mehr Spaß.”

Für tolle Feten, etwa mit brasilianischen Tänzerinnen, in schwarz-gelb ist der BVB-Fanclub „Freundeskreis Hostedde” (FKH) bekannt. 20 Jahre hat der FKH schon auf dem Buckel und aus dem Familienkreis sind längst 500 Mitglieder geworden, die den Andrang seit 1997 nur noch mittels Aufnahmestopp und Warteliste bewältigen können – bei 2229 Einwohnern im Ortsteil eine beachtliche Leistung. Neun Shuttle-Busse

waren bei der legendären Zehn-Jahres-Feier im Einsatz, um 286 Fans zur Geburtstagsfeier ins benachbarte Kamen

zu bringen. Um 4 Uhr morgens fuhr der letzte zurück.

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