Laufen

Der Ebberg wurde zum Freiluftlabor für Extrem-Läufer

Harald Lange ist fast blind und meistert extremste Laufstrecken.

Harald Lange ist fast blind und meistert extremste Laufstrecken.

Foto: Stefan Reinke

Schwerte.   Bei Eiseskälte kämpften sich 20 Läufer auf gefrorenen Wegen durch den Wald am Schwerter Ebberg. Sie waren auf der Suche nach dem "Runner's High".

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Was gibt es Schöneres als bei klirrender Kälte auf knüppelharten Wegen durch den Wald zu laufen? Nichts – dachten sich 20 Hobbyläufer und folgten der Einladung des Herdecker Sportpsychologen Michele Ufer, der am Ebberg in Schwerte seine Forschung zum Thema „Flow“ zum Abschluss bringen wollte.

Dieser „Flow“ ist das Gefühl, wenn die Arbeit, oder eben der Sport, ganz von alleine abzulaufen scheint und der Mensch völlig fokussiert ist. Bei Läufern heißt das auch „Runner’s High“. Ufer will wissen, ob sich dieser Zustand bewusst herbeiführen lässt.

Darum müssen die Läufer nicht nur laufen, sondern auch in regelmäßigen Abständen Fragen zu ihrem Befinden beantworten. Und weil Ufer seine Forschung sonst bei langen Etappenläufen in der Wüste oder am Polarkreis durchführt, muss jeder Teilnehmer auch noch einen Rucksack mit Proviant auf die Strecke nehmen, um extremere Bedingungen zu simulieren.

Training für 250-Kilometer-Lauf in der Sahara

Bei minus vier Grad stehen 20 Sportler am Start und scharren mit den Hufen. Mit dabei ist Harald Lange aus Bad Homburg. Der 34-Jährige ist fast blind und will den Lauf als Vorbereitung für einen 250-Kilometer-Lauf in der Sahara nutzen. Doch der Kurs ist ruppig – Lange, der sonst alleine läuft, ist froh, dass er diesmal einen Guide dabei hat, der ihm bei der Orientierung hilft. „Ich bin schon an der Zugspitze gelaufen, aber hier sind die Bedingungen schon extrem“, sagt er.

Laufblog Im Laufe des Tages wird es wärmer, der Boden taut auf, wird matschig. Doch erfahrene Ultra-Läufer ficht das nicht an. Nach Einbruch der Dunkelheit tanzen die Lichter von Stirnlampen durch den Wald. Der „Sieger“ wird am Ende 85,5 Kilometer zurückgelegt, den Kurs also 19 Mal umrundet haben.

Aber wie motiviert man sich, zwölf Stunden am Stück zu laufen? Harald Lange erklärt es: „Man muss das Ziel immer im Auge behalten, egal, ob es zwölf oder 24 Stunden sind. Man muss die negativen Gedanken wegdrücken. Das Ziel ist: dranbleiben!“

Zum Nachlesen: Live-Ticker vom Hillymanjaro 
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