Das Ende der Feldhoff-Stiftung greifbar nah

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Die finanziell stark angeschlagene Heinrich-Feldhoff-Stiftung scheint kurz vor der Abwicklung zu stehen. Immer mehr Immobilien werden veräußert, um den Schuldenberg zu tilgen. ...

... Den Niedergang der Stiftung, das Missmanagement der Verwalter - und auch, dass niemand dagegen steuerte, dokumentierte unsere Serie "Ein Erbe zerfällt". Zeit für eine weitere Folge. Im Sommer 2007 nannte die Heinrich-Feldhoff-Stiftung noch 13 Immobilien ihr Eigen. Fünf kaufte im September 2007 der türkische Investor Vedat Akman bzw. dessen TDS GmbH. 1,1 Mio. Euro zahlte er für das Immobilienpaket (Evertstraße 1/Mallinckrodtstraße 317, 235, 219/217) nach eigenen Angaben.

Das Haus Speicherstraße 45 fiel zur Jahresfrist zurück an die Stadt als Eigner des Erbpachtgrundstückes. Doch den Schlussstrich zieht der 2004 neu eingesetzte Stiftungsvorstand Harald Günther (Notar und Rechtsanwalt), darunter nicht: "Da bei Rückfall eine Entschädigung durch den Grundstückseigner üblich ist, liegen wir mit der Stadt im Clinch." Er rechnet mit einem langen Rechtsweg.

Auch "Deutscher Hof"

vor Besitzerwechsel

Heute sollen drei Objekte ("Deutscher Hof", Mallinckrodtstraße 277/Ecke Arnoldstraße) den Besitzer wechseln. Günther bestätigte den beurkundeten Kaufvertrag mit einer bisherigen Mieterin.

Somit sind nur noch die Sozialbauten, Clemens-Veltum-Straße 75/77/79/81, in Stiftungsbesitz. Günther bestätigt Verhandlungen: "Vielleicht kann ich in drei Monaten mehr sagen." Ist Akman der potenzielle Käufer? "Wir haben keinen Kontakt mehr zu Akman", verneint Günther. Wobei das "Wir" nur auf sein Notariat bezogen sein kann, ist doch der stellvertretende Stiftungsvorstand Michael Weber von Beruf Steuerberater - und zwar der von Akman.

Über solche Verflechtungen schüttelt Helmut Lierhaus, Vorstandssprecher des Mietervereins, den Kopf. Er beobachtet seit Jahren den Niedergang der Stiftung, bemängelte schon nach Absetzen des Ex-Vorstandes um Dr. Andreas Gerling durch die Stiftungsaufsicht der Bezirksregierung Arnsberg und Gläubiger-Banken, dass die Wahl für die neue Hausverwaltung auf Grund-Transfer (namentlich: Hans-Georg Hovermann) fiel. Nicht wegen dessen Insolvenz seiner Bau- und Immobilienfirma im Jahr 2003, sondern weil ihm Häuser auf Feldhoffschem Erbpachtgrund gehören.

Lierhaus ist sicher: "Die ehrenwerte Feldhoff-Stiftung hätte nicht untergehen müssen. Der vorige, langjährige Stiftungsvorstand war ihr Totengräber, und Ex-Politiker Hans-Georg Hovermann die falsche Wahl als Verwalter." Akman sei zudem der falsche Käufer. Zumal er die Häuser bereits zum Kauf anbiete. Der gibt sich mit den Maklerofferten via Internet konfrontiert überrascht: Er habe keinen Auftrag dazu gegeben.

"Absolut beschämend" findet auch Bezirksvertreter Siegfried Böcker, dass die früheren Nutznießer der Stiftung (Caritas, AWO, Diakonie uvm). ihrem einstigen Gönner Heinrich Feldhoff "noch nicht einmal mit einer Gedenktafel die letzte Ehre erweisen wollen". Böcker hatte nach einer Bezirksvertretung im September 2007 all diese Einrichtungen angeschrieben - und erhielt nicht eine einzige Antwort.

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