Kosten laufen weiter

Darum stehen die Traglufthallen immer noch

Seit Monaten bereits werden die Traglufthallen für Flüchtlinge - wie hier an der Stadtkrone Ost - nicht mehr gebraucht.

Seit Monaten bereits werden die Traglufthallen für Flüchtlinge - wie hier an der Stadtkrone Ost - nicht mehr gebraucht.

Dortmund.  Im November 2016 bereits wurde der Abbau der Traglufthallen, die zur Unterbringung von Flüchtlingen errichtet worden waren, angekündigt. Drei Monate später ist noch nichts passiert. Wir haben nachgefragt, warum die Hallen immer noch stehen und welche Kosten sie dadurch verursachen.

An drei Standorten im Stadtgebiet waren die Traglufthallen, die die Stadt für mehr als 10 Millionen Euro gekauft hatte, im Frühjahr und Sommer 2016 aufgebaut worden. Sie sollten Platz für jeweils bis zu 300 Menschen bieten. Genutzt wurden nur die zwei Hallen an der Stadtkrone-Ost. Denn weil die Zahl der zugewiesenen Flüchtlinge im Laufe des vergangenen Jahres stark zurückging, wurden die Hallen in Lindenhorst und Kirchhörde erst gar nicht belegt.

180.000 Euro pro Monat

Kosten für die Sicherung des nötigen Luftdrucks, Energie und Bewachung verursachen sie trotzdem - 60.000 Euro pro Monat und Standort, wie die Stadt im Oktober 2016 auf Anfrage mitteilte.

Insgesamt fallen so also Kosten von 180.000 Euro pro Monat an. Deshalb verkündete Sozialdezernentin Birgit Zoerner Anfang November auch die Aufgabe und den Abbau der Traglufthallen. Anfang Dezember verließen die letzten Flüchtlinge die einzige noch genutzte Traglufthalle an der Stadtkrone-Ost.

Sachgerecht einlagern

Der angekündigte Abbau der Hallen lässt aber auf sich warten, ist noch nicht einmal in Auftrag gegeben. "Für den sachgerechten Abbau der Hallen wird zeitnah eine Ausschreibung auf den Weg gebracht", teilte Stadtsprecher Michael Meinders auf Anfrage unserer Redaktion jetzt mit. "Mit Blick auf das Verfahren geht man beim Fachbereich für Vergabe und Beschaffung davon aus, dass die Hallen eventuell noch bis Mai stehen bleiben."

Den langen Vorlauf vor der Ausschreibung begründete Meinders mit notwendigen "umfangreichen Prüfungen". "Diese wurden bereits vor geraumer Zeit angestoßen, als sich abzeichnete, dass die Traglufthallen nicht mehr benötigt werden", erklärte Meinders. "Ein solcher Vorgang ist jedoch seriös und professionell nicht in wenigen Tagen abzuschließen."

Unklar ist weiterhin, was nach dem Abbau aus den Hallen wird. "Der Abbau soll so erfolgen, dass die Hallen in gutem Zustand bleiben, um sie sachgerecht einlagern zu können", berichtet Meinders. "Ein weiterer Verwendungszweck ist aktuell noch nicht definiert."

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