BVB

BVB-Fans ärgern sich über "verschwiegene Preiserhöhung" bei einigen Dauerkarten

Auf der Südtribüne des BVB werden die Preise nur moderat angehoben.

Auf der Südtribüne des BVB werden die Preise nur moderat angehoben.

Foto: Linz/PiLi

Dortmund.  Ab sofort läuft der Dauerkartenumtausch beim BVB. Ein Wechsel in den Kategorien des Unterrangs sorgt allerdings für Unmut bei den Fans von Borussia Dortmund. Von einer „verschwiegenen Preiserhöhung“ ist im Fan-Forum die Rede. Der BVB rechtfertigt sich in einer Mitteilung.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Post kam am Samstag - und für so manchen Fan des Double-Gewinners BVB war es eine schlechte Nachricht. Die Benachrichtigung über die neue Dauerkarten-Option enthielt in vielen Fällen eine erhebliche Preiserhöhung. Unter den Anhängern und in den Fan-Foren wird das heiß und kontrovers diskutiert. Der BVB wirbt in einer Mitteilung um Verständnis.

Die Fans sind mit einem guten Gefühl in die Sommerpause gegangen. Doppelter Triumph, eine großartige Saison. Die Ankündigung des BVB-Finanzvorstands Thomas Treß Ende April gegenüber unserer Zeitung, die Preise für die Saison 2012/13 nur um die Höhe der Inflationsrate zu erhöhen, hat kaum jemanden wirklich geschockt.

Doch der BVB hält sich an diese Aussage nicht komplett. Für die Sitzplätze in den Unterrängen auf der Ost- und West-Tribüne nimmt das Unternehmen einen so genannten „Kategoriewechsel“ vor. Das heißt: die dortigen Plätze werden hochgestuft. Von einer „verschwiegenen Preiserhöhung“ ist im Forum von „schwatzgelb.de“ dutzendfach die Rede. Ein Teilnehmer der aufgeregten Diskussion berichtet davon, dass er letzte Saison 679 Euro inklusive der Spiele in der Champions League und des DFB-Pokals gezahlt habe, nun würden 840 Euro für dieses Paket aufgerufen. Das sei „schäbig“, schreiben andere. So behandele man Fans nicht. In einem anderen Fall, Block 47, ging der Ticket-Kurs von Bundesliga- und drei CL-Spielen von 617 Euro auf 696 Euro hoch.

Heiße Diskussion unter BVB-Fans

Der BVB spricht von einer Preisanpassung. Zudem „wurde im Gegenzug im Oberrang der Ost- und West-Tribüne die Kategorie 1 auf die Preiskategorie 2 zurückgestuft“. „Es war schwer nachvollziehbar, dass die Fans, die direkt hinter der Trainerbank sitzen, dasselbe zahlen, wie Zuschauer in der 18. Reihe des Oberrangs“, sagt Carsten Cramer, Direktor für Marketing und Vertrieb.

Die Diskussion um die Preispolitik ist gespalten: Während einer der Betroffenen im Forum von „schwatzgelb.de“ schon ankündigte, ob dieses Zuschlags seine Mitgliedschaft sofort zu kündigen, halten andere Anhänger dem Unternehmen BVB die Stange.

Auf den guten Plätzen sollte ruhig richtig abkassiert werden, sind Stimmen, die man häufiger liest. Zumal: die Leute auf den Oberrängen seien schon lange sauer gewesen, dass die Plätze am Unterrang so günstig gewesen seien. Wer beste Sicht habe, solle auch beste Preise zahlen.

Wo liegt die Schmerzgrenze bei den Fans von Borussia Dortmund?

Kritik wird aber zudem allenthalben mit Blick auf die Preise für die Champions League laut. Da behält sich der BVB vor, nach Ablauf der Gruppenphase einen Topzuschlag zu erheben. Von maximal 20 Prozent. Bei den umgerüsteten Stehplätzen bleibe der Preis aber stets unter 20 Euro pro Karte. Der Fan muss aber jetzt schon aus organisatorischen Gründen, so der BVB, eine Einzugsermächtigung erteilen - ohne die endgültigen Preise im Fall des Erreichens der Einzelspiele in Champions League oder Europa League zu kennen.

Während bei „schwatzgelb.de“ auch viele Fans die Preispolitik für „Süd“ und im Generellen als nach wie vor okay bewerten, sehen die Fans von den Unterrängen die „Schmerzgrenze kommen“. Der BVB mache Fehler im Erfolg. Vor allem auch die Art der Kommunikation und die Änderungen im Kleingedruckten stoßen auf Kritik.

Marketing-Direktor Cramer und Geschäftsführer Treß sehen dies naturgemäß anders. „Es ist nie möglich, mehr als 80 000 Zuschauer gleichermaßen zufriedenzustellen“, heißt es in einer Mitteilung von Borussia Dortmund. Und weiter: „Dennoch sind wir überzeugt, gute, verträgliche und transparente Lösungen gefunden zu haben, die dem BVB und seiner riesigen Anhängerschar absolut gerecht werden.“