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Borussia Dortmund sensibilisiert Fans für Nazi-Symbole

Borussia Dortmund positioneirt sich gegen Neonazis und klärt die Fans mit einem Flyer über rechte Symbolik auf.

Borussia Dortmund positioneirt sich gegen Neonazis und klärt die Fans mit einem Flyer über rechte Symbolik auf.

Foto: Getty

Dortmund.  Der BVB verstärkt seine Aktivitäten gegen rechtsradikale Umtriebe im Stadion und in der Fanszene. Mit einem Flyer, der erstmals vor dem Spiel gegen den VfB Stuttgart am Stadion verteilt wird, will die Borussia die Anhänger für rechte Symbolik und Kleidermarken sensibilisieren.

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"Das sieht verboten aus!", steht auf einem Flyer, mit dem Borussia Dortmund seine Fans auf Symbole aufmerksam machen will, die häufig von Rechtsradikalen verwendet werden. Vor dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart wird das Flugblatt erstmals verteilt. Außerdem bietet die Borussia das Blatt auch zum Download an.

Auf dem Flyer heißt es: "Wir stehen für Weltoffenheit und Toleranz. Rassismus, extremistische politische Orientierungen oder intolerante Einstellungen haben in unserer Gesellschaft und natürlich auch im Stadion nichts zu suchen". Bereits Anfang des Jahres hatte der BVB seine Stadionordnung verschärft, um besser gegen Rechtsextreme vorgehen zu können.

Verbotene Nazi-Symbole

Das Faltblatt entstand in Zusammenarbeit mit der Aktion Zivilcourage, der städtischen Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie sowie mit der Dortmunder Polizei. Der Flyer zeigt mehr als 20 Symbole und Kleidermarken, die häufig von Neonazis verwendet werden. Einige davon sind verboten, wie etwa das Hakenkreuz, SS-Runen oder auch das Logo der verbotenen Organisation "Blood and Honour". Ebenso gibt der Flyer Auskunft über rechte Zahlensymbolik, etwa die 18, die für die Initialen Adolf Hitlers steht.

In der Vergangenheit waren rechte Umtriebe in der BVB-Fanszene in den Fokus gerückt. So hatten im Februar am Randes Champions-League-Auswärtsspiels des BVB in Donezk Rechtsradikale einen Fanbeauftragten und einen Mitarbeiter des Fan-Projekts attackiert. Zahlreiche Fans der Borussia positionierten sich in der Folgezeit klar gegen Neonazis in ihren Reihen. Im September 2012 präsentierte ein Rechtsradikaler ein Solidaritätsbanner für den kurz vorher verbotenen Nationalen Widerstand Dortmund auf der Südtribüne. Der Mann wurde kurze Zeit später ermittelt.

Am ersten Spieltag der laufenden Saison hatte sich Borussia Dortmund unmittelbar vor dem Anpfiff des ersten Heimspiels Jürgen Klopp in einer Videobotschaft klar gegen Rechts positioniert. Der Trainer appellierte damals stellvertretend für die ganze Mannschaft. "Borussia Dortmund steht für Vielfalt. Wir stellen uns gegen Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung jeglicher Art. Helft mit, diese Werte als BVB-Familie zu vermitteln und aktiv zu leben."

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