Blindgänger

Nach langer Verzögerung: Blindgänger in Dortmund entschärft

Symbolbild. Eine Zehn-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg war im Westfalenpark entdeckt worden.

Symbolbild. Eine Zehn-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg war im Westfalenpark entdeckt worden.

Foto: David Young / dpa

Dortmund.  In Dortmund ist ein Blindgänger entschärft worden. Gut 2000 Menschen mussten ihre Wohnung verlassen - und lange warten, bevor sie zurück durften.

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In Dortmund ist am Donnerstagabend ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden. Die Bombe war bei Bauarbeiten im Bereich des Kaiser-Wilhelm-Hauses im Westfalenpark entdeckt worden. Für die Entschärfung mussten 2400 Menschen evakuiert werden, die Polizei sperrte zudem die B1 zwischen zwischen der B54 und der B236.

Die Evakuierung hatte gegen 18 Uhr begonnen, bis der Kampfmittelräumdienst loslegen konnte, sollten allerdings noch Stunden vergehen. Erst gegen 22.30 Uhr teilte die Stadt mit, die Entschärfung habe begonnen. Zuvor hatte ein medizinischer Notfall für eine Verzögerung gesorgt. So konnte die Stadt er st um 23.10 Uhr Entwarnung geben: Die Sperrungen wurden aufgehoben, die Anwohner konnten zurück in ihre Wohnungen.

Optimismus am frühen Abend

Dabei hatte es vorher nach einer reibungslosen Aktion ausgesehen. „Bisher läuft alles nach Plan“, sagte ein Stadtsprecher am Abend gegen 18.40 Uhr. Mitarbeiter des Ordnungsamts würden derzeit alle Gebäude abklappern und allen Bewohnern dort Bescheid geben, die Häuser zu verlassen.

Bei Bauarbeiten im Bereich des Kaiser-Wilhelm-Hauses im Westfalenpark war der Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Die amerikanische Zehn-Zentnerbombe (umgerechnet 500 Kilogramm) muss noch am Donnerstag entschärft werden, teilte die Stadt Dortmund mit.

2400 Anwohner müssen ihre Wohnungen verlassen

Insgesamt müssen 2400 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Dies betrifft Anwohner unter anderem in der Baurat-Marx-Allee, der Winterfeldt-, Baeumer- und der Hohenfriedberger Straße. Auch in einem Teil der Oberschlesierstraße müssen Anwohner ihre Häuser verlassen, teilte die Stadt mit. Ebenfalls von der Evakuierung betroffen ist ein nördliche der B1 liegender Bereich mit der Kronenburgallee und der Benno-Jacob-Straße.

Das Jobcenter Dortmund am Kaiserhain hatte bereits für den Nachmittag kurzfristig alle Termine abgesagt. Das Gebäude wurde geschlossen. Die IHK zu Dortmund, deren Hauptverwaltung nicht direkt im Evakuierungsbereich liegt, sagte für diesen Donnerstag alle Weiterbildungslehrgänge mit Beginn 17 Uhr ab. Eine Urkundenverleihung an Ausbildungsbotschafter sollte hingegen wie geplant um 16 Uhr starten.

Landgrafengrundschule Anlaufstelle für Evakuierte

Der gesamte Westfalenpark war mit Beginn der Evakuierung um 18 Uhr geschlossen worden, auch der Florian-Turm. Nur die Gastronomie an der Buschmühle könne auch am Abend geöffnet bleiben und sei über den normalen Weg auf der Straße An der Buschmühle auch während der Entschärfung zu erreichen, hieß es bei der Stadt: „Die Gastronomie dort liegt außerhalb des Sperrbereichs“.

Anwohner können sich während der Evakuierung in der Landgrafengrundschule aufhalten, teilte die Stadt mit. Ein „Evakuierungsbus“ bringt die Anwohner dorthin, sofern man nicht bei Freunden oder Verwandten außerhalb der Sperrzone Unterkunft findet.

Die Bombenentschärfung betrifft auch mehrere Bus- und U-Bahnlinien. Ein Krisenstab aus Feuerwehr, Polizei, Vertretern von DSW21 und anderen Institutionen und Einrichtungen kümmerte sich um die Planung.

Umleitungen für Bus- und U-Bahnlinie

Bis der Blindgänger entschärft ist, fahren die Linien U41 (Brambauer/Brechten - Hörde) und U47 (Westerfilde - Aplerbeck) die Haltestelle Märkische Straße nicht mehr an und fahren durch, teilte DSW21 am Nachmittag mit. Die Buslinien 453 (Schüren - Hauptbahnhof) und der AirportExpress fahren weiträumige Umleitungen. „Zahlreiche Haltestellen entfallen während dieser Zeit“, hieß es bei DSW21.

Unberührt von der Evakuierung bleibe indes die Bahnlinie zwischen Dortmund-Hauptbahnhof und Holzwickede bzw. Schwerte, hieß es bei der Stadt. Sie liege außerhalb des Sperrbereichs.

Die für den Abend geplante Sperrung der B1 dürfte für erhebliche Verkehrsprobleme in der Stadt sorgen. Autofahren sollten den Bereich weiträumig umfahren. (dae)

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