Dortmund. Der Zugverkehr rund um Hauptbahnhof Dortmund läuft wieder normal. Durch ein defektes Stellwerk war der Betrieb am Samstag eingestellt worden.

Das defekte Stellwerk in Dortmund ist repariert. Schneller als zunächst erwartet kannd die Deutsche Bahn am späten Samstagabend Entwarnung geben. Seit 22 Uhr wurde der Bahnhof Dortmund Hbf angefahren. Allerdings gab es „während der Überleitung in den Regelbetrieb“ noch vereinzelt Verspätungen. Auch konnten in der Kürze der Zeit nicht alle Fernverkehrszüge wieder nach Dortmund Hbf zurückverlegt werden, so die Bahn.

Der Regelbetrieb für die meisten Regionalverkehr-Linien (S1, S2, S4, S5, RB51, RB52, RB53) wurde erst am Sonntagmorgen zum Betriebsstart wieder aufgenommen. Aber immerhin: „Die Züge der Linie RE1, RE6 und RE11 fahren wieder Regelweg“, hieß es am Abend.

Starkregen in Dortmund hatte Stellwerk lahmgelegt

Seit dem Morgen konnten weder Nah- noch Fernverkehrszüge Dortmund anfahren oder passieren.Nicht nur in Dortmund gab es Probleme. Aufgrund des defekten Stellwerks hielten am Samstag keine Regionalexpresse in Bochum. Auch in Hagen kam es zu Einschränkungen. Mehr Details zur Situation in Hagen finden Sie hier.

Der Grund war ein nächtliches Unwetter. Durch starken Regen hatte es einen Wassereinbruch im Stellwerk gegeben. Tausende Reisende mussten umplanen oder Verspätungen in Kauf nehmen. Fernzüge wurden nach Bahn-Angaben umgeleitet. Regionalbahnen fuhren ebenfalls Umleitungen oder endeten an umliegenden Bahnhöfen. Im Laufe des Samstags wurden auf manchen Strecken Busse als Ersatzverkehr eingesetzt.

Dortmunder Hauptbahnhof: Schlangen vor den Info-Schaltern

Im Hauptbahnhof bildeten sich teils lange Schlangen vor den Info-Schaltern, viele Reisende checkten per Handy Alternativen. „Zug fällt heute aus“, hieß es auf den Anzeigetafeln hinter jeder Verbindung. Und: „Keine Zugfahrten möglich bis vsl. Betriebsschluss“.

Dennoch reagierten viele Fahrgäste gelassen. „Man kann ja nichts machen“, meinte ein Paar, das am Morgen per Zug von Soest zu einem Tagesausflug nach Aachen aufgebrochen war. Stattdessen seien sie durch Dortmund spaziert und müssten nun schauen, wie sie wieder nach Hause kämen, sagten die beiden.

Bei einem Mann jedoch brannten die Sicherungen durch: Aus Ärger über seinen ausgefallenen Zug habe der 27-Jährige einen Mitarbeiter der Bahn beleidigt und getreten, teilte die Bundespolizei am Sonntag mit. Polizisten nahmen den angetrunkenen Angreifer mit zur Wache und leiteten ein Strafverfahren gegen ihn ein.

BVB-Heimspiel mit 80.000 Zuschauern – spontane Fahrgemeinschaften

Von dem Ausfall waren auch die Fußball-Fans betroffen, die zum BVB-Spiel gegen Werder Bremen um 15.30 Uhr mit der Bahn anreisen wollten. "Wir empfehlen allen, wenn möglich auf andere Verkehrsmittel umzusteigen", so der Bahnsprecher vor dem Spiel. Via Twitter suchten Bremer Anhänger schon nach Mifahrgelegenheiten. Andere boten daraufhin ihre Hilfe an. Der BVB twitterte: "Schön zu sehen, wie sich hier alle gegenseitig unterstützen."

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Im Laufe des Tages wurden auf manchen Strecken Busse als Ersatzverkehr eingesetzt. Der Ratschlag der Deutschen Bahn: Fahrgäste sollten sich vor Fahrtantritt informieren. Informationen sind auf dieser DB-Service-Homepage zu finden, in der Navigator App und ebenso bei der telefonischen Reiseauskunft unter: 030/ 2970.

Nach Angaben der Feuerwehr hatte der Starkregen in der Nacht im Dortmunder Stadtgebiet zu zahlreichen überfluteten Straßen geführt. Insgesamt hatte die Feuerwehr 21 Einsätze wegen des Unwetters, sagte ein Sprecher. Dass es so dicke kommen würde, hat viele überrascht. Auch die Feuerwehr in Witten hatte gut zu tun. Zwischen drei Uhr in der Nacht, als die Wehr zum ersten Mal alarmiert wurde, und 9 Uhr am Morgen standen zehn Einsätze an. Hier geht's zum Artikel. (mit dpa)