Voyeurismus

Anzeige für Gaffer nach Feuer in Dortmunder Nordstadt

An der Münsterstraße brannte es.

An der Münsterstraße brannte es.

Foto: Oliver Schaper

Dortmund.  Die Feuerwehr rettete drei Menschen aus einer brennenden Wohnung. Ein 23-Jähriger filmte den Brand mit seinem Handy - und hielt mitten auf der Straße an.

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Feuer-Alarm an der Münsterstraße: Die Feuerwehr hat drei Menschen aus einer brennenden Wohnung gerettet. Als sie am Mehrfamilienhaus ankamen, schlugen den Einsatzkräften bereits Flammen entgegen. Und auf der Straße kam es zu einem unschönen Vorfall.

Wie die Feuerwehr in einer Pressemitteilung schreibt, war der Brand am Montagabend gegen 23 Uhr ausgebrochen. Die drei Menschen, die sich in der brennenden Wohnung befanden, wurden vor den giftigen Brandgasen gerettet und dem Rettungsdienst zur Erstversorgung übergeben.

Das Feuer in der Küche konnte schnell gelöscht werden und die Wohnung wurde rauchfrei belüftet, heißt es in der Mitteilung der Feuerwehr. Nach ersten Erkenntnissen war angebranntes Essen Auslöser des Feuers.

Wohnung nicht bewohnbar

Der Wohnungsinhaber, ein 33-Jähriger, zog sich bei dem Versuch die Flammen zu löschen leichte Verletzungen zu. Er wurde in die Unfallklinik Nord gebracht, ein Mädchen (13) wurde unter Begleitung der Mutter in die Kinderklinik gefahren. Die Brandursache und der Sachschaden werden jetzt durch die Polizei ermittelt. Die Wohnung ist vorerst nicht bewohnbar.

Brand mit Handy gefilmt

Die Polizei sperrte während des Feuerwehreinsatzes die Münsterstraße ab der Immermannstraße in Richtung Norden. Der Gegenverkehr konnte nur auf einer Fahrbahn vorbeifahren. Das hinderte aber einen 23-Jährigen nicht daran, auf der Fahrspur anzuhalten. Wie die Polizei berichtet, lies er die Scheibe herunter und filmte den Brand mit seinem Handy.

Hinter seinem Wagen staute sich der Verkehr. Durch Dunkelheit und die Ablenkung durch den Brand hätte es so leicht zu Auffahrunfällen kommen können. Die Polizisten zogen den Gaffer aus dem Verkehr und fanden heraus, dass er auch noch ohne Versicherungsschutz fuhr. Der "Amateurfilmer" muss nun mit einer Strafanzeige wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz rechnen.

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