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Abschlepp-Alarm an der FH Dortmund - Studenten wittern Abzocke

Hier schleppt die Stadt ab. Aber wo ist eigentlich der Bürgersteig?

Hier schleppt die Stadt ab. Aber wo ist eigentlich der Bürgersteig?

Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.  Die Abschlepp-Orgie der Stadt Dortmund geht weiter. Selbst auf Flächen, auf denen seit Jahrzehnten geparkt wird, rufen Politessen jetzt den Abschlepper. Nun sind es Hochschüler, die sich abgezockt fühlen, weil sie auf markierten Flächen rund um die FH an der Sonnenstraße parkten.

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Nach der Vorlesung an der FH Dortmund war das Auto weg. „Die Stelle, an dem mein Fahrzeug geparkt war, kann als Paradebeispiel für einen Straßenteil gelten, der aufgrund seiner Ausgestaltung nicht als Gehweg ersichtlich ist“, wehrt sich Studentin Cecilie D. in ihrem Widerspruch. Zum einen seien am Boden markierte Parkbuchen.

Zum anderen entspreche ein Gehweg an dieser Stelle nicht den Anforderungen mobilitätsbehinderter Personen.

Gehweg? Welcher Gehweg überhaupt. Der vermeintliche Gehweg, der angeblich zugeparkt worden sein soll, ist in Wirklichkeit eine Reihe von mächtigen Platanen, die in der Sonnenstraße am Bahndamm stehen. Kein Mensch geht auf jener Straßenseite.

Dennoch macht die Stadt dort jetzt Ernst.

Rektorat auf Seite der Studenten

Cecilie D. beteuert, an besagter Stelle weder eine Ein- / Ausfahrt, noch Flucht- oder Rettungswege bzw. Feuerwehr-Ein- / Ausfahrten, oder den Fußgängerverkehr behindert zu haben. „Noch lag irgendein anderer Sachverhalt vor, der ein ,sofortiges Einschreiten’ zur Abwehr dieser ,Gefährdung der öffentlichen Sicherheit’ rechtfertigen würde.“

Das Rektorat der Fachhochschule hat die Studentin bereits auf ihrer Seite. In einem geharnischten Brief warnt die FH-Leitung vor den rüden Methoden des Ordnungsamtes. „In schildbürgerartiger Weise lässt die Stadt direkt am Bahndamm stehende Autos derzeit täglich abschleppen“, schreibt Dieter Baier aus dem Dezernat des Rektors. Und weiter: „Seit Jahrzehnten wird hier geparkt und eine Gehwegmarkierung und eine Beschilderung ist nicht zu erkennen.“

"Sehr viel Augenmaß"

In einer Reaktion erklärt die Verwaltung: „Das Ordnungsamt wird die eingeleiteten Verfahren nicht einstellen.“ Mitarbeiterinnen der Verkehrsüberwachung hätten „dort sehr viel Augenmaß“ bewiesen, weil sie lediglich die Fahrzeuge in der dritten Reihe haben abschleppen lassen“.

Bedingt durch falsche Auslegung der Altmarkierung, habe das Ordnungsamt die Fahrzeuge in der zweiten Reihe noch nicht einmal verwarnt: „Mehr Fingerspitzengefühl geht nun wirklich nicht mehr.“

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