Raserkontrollen

63 illegale Rennen: Wie in Dortmund Raser ausgebremst werden

Gemeinsam mit der  Staatsanwaltschaft und der Polizei Dortmund geht die Stadt gegen die Raserszene vor.

Gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft und der Polizei Dortmund geht die Stadt gegen die Raserszene vor.

Foto: Polizei Dortmund

Dortmund.   Die Stadt Dortmund geht in Zusammenarbeit mit Polizei und Staatsanwaltschaft gegen die Raserszene vor. Die Bilanz zu 2018 wurde nun vorgestellt.

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Vertreter von Stadt, Staatsanwaltschaft und der Polizei Dortmund haben am Donnerstag eine Bilanz zu den illegalen Autorennen im Stadtgebiet sowie deren Bekämpfung für das Jahr 2018 vorgestellt. Die wichtigsten Aussagen im Überblick.

Die illegalen Autorennen in Zahlen

Im vergangenen Jahr stellten Einsatzkräfte der Direktion Verkehr 63 mutmaßliche Rennen fest. Insgesamt wurden dabei 60 Führerscheine und 44 Autos einbehalten. Neben den registrierten Rennen stellten die Beamten der Direktion Verkehr 986 unzulässige technische Veränderungen an Fahrzeugen fest.

Zusätzlich wurden 2384 Geschwindigkeitsverstöße sowie 606 sonstige Verstöße registriert.Bei 13 mutmaßlichen Rennen endete die Fahrt in Verkehrsunfällen. Insgesamt wurden dabei neun Autoinsassen leicht und neun schwer verletzt. In einem Fall ist damit zu rechnen, dass eine junge Frau eine Querschnittslähmung erlitten hat.

Was die Stadt gegen die Raser unternimmt

Die Vertreter verwiesen zum einen auf die 85 durchgeführten Schwerpunktkontrollen im vergangenen Jahr. Zum anderen hoben sie auf die monatlich stattfindende „direktionsübergreifende Großkontrolle“ hervor, bei der neben Beamte der Direktion Verkehr auch Einsatzkräfte der Direktion Kriminalität sowie Gefahrenabwehr beteiligt sind. Die Großkontrollen werden seit dem 30. März 2018 durchgeführt, dem inoffiziellen Saisonstart der Raserszene, auch „Carfreitag“ genannt.

„Mit unseren gemeinsamen Kontrollen schärfen wir das Bewusstsein der Fahrerinnen und Fahrer, sensibilisieren für die teils drastischen Folgen der Raserei und verhindern im besten Fall folgenschwere Unfälle“, sagte der leitende Polizeidirektor und Leiter der Direktion Verkehr, Ralf Ziegler. Ordnungsdezernent Norbert Dahmen informierte zudem über Kontrollen des kommunalen Ordnungsdienstes.

Diese werden jeden Freitag und Samstag ab 20 Uhr in den Bereichen Ostwall/Schwanenwall, Phoenix-West und Im Spähenfelde durchgeführt. Unterstützt würden die Kontrollen zusätzlich durch mobile Geschwindigkeitsüberwachungen der Verkehrskontrolle. Am Ostwall der Stadt, eine beliebte Strecke bei Rasern, ist darüber hinaus zu Beginn des vergangenen Jahres ein stationärer Blitzer installiert worden.

Zwei weitere Blitzanlagen seien laut Dahmen in Planung. Seit dem 13. Oktober 2017 werden zudem bei illegalen Autorennen Strafverfahren im Sinne des §315d StGB, dem Verbot von Kraftfahrzeugrennen, durchgeführt. Jana Sosnovskaja, Vertreterin der Staatsanwaltschaft Dortmund, verwies dabei jedoch auf die Herausforderungen der Beweiserhebung hin.

Was bisher erreicht wurde

Neben den unterbundenen mutmaßßlichen Rennen stellten die Beamten 986 unzulässige technische Veränderungen an Fahrzeugen fest. Dazu wurden 2384 Geschwindigkeitsverstöße sowie 606 sonstige Verstöße registriert. Die errichtete Blitzanlage am Ostwall hat innerhalb der ersten Woche 800 Geschwindigkeitsverstöße beweissicher festgestellt.

Ordnungsdezernent Norbert Dahmen zeigt sich zuversichtlich, mit den neuen Maßnahmen die Raserszene einzudämmen und weist auf die gute Zusammenarbeit hin: Dies sind weitere Bausteine, um die Raserszene nachhaltig aufzulösen. „Das ist ein Plus für mehr Sicherheit für uns alle, für das wir als Stadt gemeinsam mit Polizei und Staatsanwaltschaft weiterhin intensiv zusammenarbeiten werden", so Dahmen. (red)

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