Alte Hauptschule

100 Flüchtlinge kommen in alter Hauptschule von Derne unter

Die ehemalige Hauptschule Dortmund-Derne wird zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt — die Erstaufnahmeeinrichtung in Hacheney ist überfüllt.

Die ehemalige Hauptschule Dortmund-Derne wird zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt — die Erstaufnahmeeinrichtung in Hacheney ist überfüllt.

Foto: Linz/PiLi

Dortmund.   Neue Bleibe für Flüchtilinge: Die Erstaufnahmeeinrichtung in Hacheney ist überfüllt — seit Sonntag wird auch die alte Hauptschule in Derne genutzt. Aber lässt das Gebäude wirklich eine menschenwürdige Unterbringung zu?

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Seit Sonntagnachmittag (9. September 2012) ist die ehemalige Hauptschule Derne ein weiteres Domizil für Flüchtlinge und Asyl suchende in Dortmund. Rund 100 Menschen sind von der überfüllten Einrichtung in Hacheney in die Immobilie an der Altenderner Straße umgezogen. Betreiber ist auch hier das Unternehmen European Homecare, das vor Ort für die entsprechende Betreuung und Logistik (Betten, Verpflegung) zuständig ist.

Die Stadt hat sich für die ehemaligen Schulimmobilie entschieden, da die zuständige Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) in Hacheney überfüllt ist. Der Zustrom aus Krisen- und Kriegsgebieten lassen die Hacheneyer Einrichtung an ihre Kapazitätsgrenzen (300 Plätze, 50 Reserveplätze) stoßen. Die Stadt und Dezernent Wilhelm Steitz sahen sich zum Handeln gezwungen.

In den letzten Tagen wurde das alte Schulgebäude in einem Parforceritt von Handwerkern für diese Zwecke hergerichtet. Nach Auskunft der Stadt lassen die Räumlichkeiten in Derne zu, dort rund 250 Menschen unterzubringen. Davon hat sich auch der Derner Ratsvertreter Bruno Schreurs (SPD) überzeugt. „Ich war am Samstag dort. Die Schule ist wirklich gut hergerichtet“, beschreibt Schreurs seine Eindrücke. Es sei zwar eine „Hau-Ruck-Aktion“, das Ergebnis könne sich dennoch sehen lassen.

Werden Flüchtlinge in Dortmund-Derne menschenwürdig untergebracht?

Hier hat die Scharnhorster SPD-Bundestagskandidatin Heike Gottwald allerdings starke Bedenken. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass hier Flüchtlinge menschenwürdig untergebracht werden können.“ In wenigen Tagen Küchen und Duschen installieren? Gottwald winkt ab. Und: „Das Gebäude ist nicht sonderlich gut gepflegt.“ Im Winter habe es einen Wasserrohrbruch geben. „Was ist, wenn das wieder passiert?“

Heike Gottwald befürchtet zudem, dass rechtsgerichtete Kräfte die Einrichtung für ihre politischen Zwecke missbrauchen könnten. „Einen Naziaufmarsch brauchen wir hier aber nicht“, betont die SPD-Politikerin.

Die Hauptschule in Derne sei eine Notlösung für die Unterbringung von Flüchtlingen und Asyl suchenden und nur vorübergehend - das betonen neben der Stadt Dortmund auch die Politik. Beide sehen für eine dauerhafte Lösung das Land NRW in der Pflicht.

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