Bergbau

Förderwagen erinnern in Dinslaken an Bergbautradition

Die RAG spendet der Stadt Dinslaken zwei Förderwagen. Eines der beiden Relikte steht auf dem Platz der Vielfalt und soll an die Geschichte des Bergbaus erinnern.

Die RAG spendet der Stadt Dinslaken zwei Förderwagen. Eines der beiden Relikte steht auf dem Platz der Vielfalt und soll an die Geschichte des Bergbaus erinnern.

Foto: FOTO: Heiko Kempken / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  Das Zechengelände in Lohberg erhält heute einen der zwei gespendeten Förderwagen von der RAG. Er dient ab jetzt zu Feuerzwecken.

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Die letzten Schicht-Förderwagen erzählen die Geschichte des Bergbaus: An zwei Tragegurten festgezurrt hebt sich der 1,2 Tonnen schwere Förderwagen langsam in die Höhe, wird kurz geschwenkt, um dann wieder zur Erde zu sinken. Es ist geschafft – einer von zwei Relikten aus der Bergmannszeit hat heute sein Ziel erreicht, nämlich das Bergwerk Lohberg. Der andere Förderwagen geht zum Barbarahaus in die Fliehburg.

Das Bergbaunetzwerk freut sich über ein Stück Geschichte

„Ich bin glücklich, dass das alles so gut geklappt hat und die RAG-Stiftung uns die beiden Förderwagen überlassen hat“, sagt Silvo Magerl, Vorsitzender des Bergbaunetzwerkes Dinslaken, stolz. Magerl, selbst 30 Jahre im Bergbau, darunter auch auf Lohberg, tätig, verfügt immer noch über gute Kontakte zur RAG. „Elmar Wiejack-Symann war damals mit mir Steiger, heute ist er Betriebsdirektor und da sind die Wege halt kurz“, lässt Magerl die Reporter wissen.

Ein bisschen Rost angesetzt hat der Förderwagen, „nicht Lore“, darauf legt Magerl Wert. „Loren“, erzählt er, „waren seltener im Steinkohlebergwerk eingesetzt, sie verjüngten sich nach unten mehr und konnten gekippt werden. Die Förderwagen waren noch bis in die 60er Jahre für den Kohletransport nach Übertage eingesetzt, dann wurden sie unter Tage für andere Dinge genutzt.“

Woher die Förderwagen stammen, kann Magerl nur raten. „Jedes Bergwerk hatte seine eigene Spurbreite, an dem man sie erkennen kann oder zumindest auf wenige Bergwerke eingrenzen kann. Ich vermute einfach mal, sie stammen von Lohberg und sind jetzt zurückgekehrt.“ Wirklich sagen kann er es allerdings nicht.

Förderwagen dienen heute zu Feuerzwecken

Eisen und Schlägel sind in die beiden Relikte eingestanzt oder besser ausgestanzt, das dient heute der besseren Befeuerung. „Da hat sich die RAG etwas einfallen lassen, Löcher wären auch nicht so schön gewesen“, so Magerl. Denn, zumindest der Förderwagen auf dem ehemaligen Bergwerksgelände soll zu Feuerzwecken genutzt werden. Die Anthrazit-Kohle liegt schon oben auf einem Lochblech.

Gedenken an die Dinslakener Bergbauzeit

„Am 22. Dezember soll der Wagen offiziell übergeben und eingeweiht werden“, berichtet Magerl. „Es wird eine kleine Party mit dem Motto ‚Letzte Schicht’ mit dem MGV Concordia und der Bergmannskapelle Niederrhein geben. Um 17 Uhr wird dann das Feuer im Wagen entfacht.“ Nicht nur in diesem Jahr soll die Aktion stattfinden sondern alljährlich am vierten Advent und somit an die lange Bergbautradition in Dinslaken erinnern.

Lediglich über den exakten Standort wird noch entschieden werden müssen. Es sind jede Menge Auflagen zu erfüllen, die Festigkeit des Bodens muss geprüft werden, die Stand- und Verkehrssicherheit des Förderwagens. „Da stehen wir in ständigem Kontakt mit der Stadt“, so Magerl. Ob’s bis zum 22. Dezember klappt – gefeiert wird auf jeden Fall.

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