Kultur

Theatersolo in Hünxe: Nach dem Tod, mitten im Leben

Martin Leßmann gastiert am 14. November mit seinem Theatersolo in Hünxe.      

Martin Leßmann gastiert am 14. November mit seinem Theatersolo in Hünxe.      

Foto: Herbert Lange

Hünxe.  Im tragikomischen Theatersolo „Ein Tag mit Herrn Jules“ tritt der Bremer Martin Leßmann am 14. November im Hünxer Rathaus in vier Rollen auf.

„Das ganze Gefühlsspektrum einer plötzlichen Trauer, von Wut und Hilflosigkeit bis zu sinnlicher Lebensfreude, begleitet von kühnem Witz und emotionaler Hingabe“, so lauten Stimmen aus dem begeisterten Publikum. Mit seinem Theatersolo „habe gelebt.perfekt – Ein Tag mit Herrn Jules“ gastiert Martin Leßmann in einer Aufführung des Bremer Theaterprojekts am Donnerstag, 14. November, um 18 Uhr im Sitzungssaal des Hünxer Rathauses und schlüpft dabei in vier verschiedene Rollen.

Zum Inhalt: Am Morgen findet Alice ihren Mann auf dem Sofa sitzend. Er lebt nicht mehr. Hat jedem Leidensweg und Pflegenotstand ein Schnippchen geschlagen, keine Sterbehilfe, keine Pflegeversicherung in Anspruch genommen. Alice spürt die plötzliche Kälte dieses Novembertages. Für die Hinterbliebenen ist es immer schwer. Ihr Abschied braucht Zeit, die sie sich nimmt. Es gibt noch einiges zu sagen. Sie tätigt keinen Anruf, nicht beim Sohn, nicht beim Arzt, nicht beim Bestattungsinstitut. Aber es ist Mittwoch, und um 10 Uhr kommt der Nachbarsjunge David – unverrückbar – zum Schachspielen mit Herrn Jules...

Ein 90-minütiges Theatersolo ohne Pause

In seinem 90-minütigen Theatersolo für vier Rollen (keine Pause) zeigt Martin Leßmann eine tragikomische Begegnung nach dem Tod, mitten im Leben. Der Schrecken über ein Menschenende ist einmal nicht aufgeladen durch Themen von gesellschaftspolitischen Brisanz. Er mündet mit Leichtigkeit in die friedliche Utopie eines Verlusts, zwischen Verwirrung, Abrechnung, empathischem Nachsinnen und Huldigung des Lebens mit anderem Blick. In einem von der Hauptfigur selbstgeschaffenen Zwischenraum für Ungesagtes und Unsagbares. Für die Liebe – und für einen überraschenden Neuanfang.

Martin Leßmann (Jahrgang 1957) lebt als freier Schauspieler, Regisseur und Autor seit mehr als 30 Jahren in Bremen. Er ist hier dem Theater Bremen ebenso verbunden wie dem Bremer Kriminaltheater, für das er seit rund zehn Jahren in zahlreichen Produktionen auf der Bühne steht.

Nach einer Novelle von Diane Broeckhoven

Mit „habe gelebt.perfekt – Ein Tag mit Herrn Jules“ nach der gleichnamigen Novelle von Diane Broeckhoven – Regiemitarbeit und Choreografie Christine Stehno, Lichtkonzept Jörg Hartenstein – knüpft er nicht nur an seine Theatersoli „Die Werkstatt der Schmetterlinge“, „Herrn Winters Geheimnis“, „Klamms Krieg“, „Morgenstern am Abend“ und Kafkas „Meine zwei Hände“ an, sondern führt vor allem den Theaterzyklus weiter, der mit „Die Seiltänzerin“, „Ente, Tod und Tulpe“ und „Du bist meine Mutter“ den magischen Raum zwischen Leben und Sterben beleuchtet.

Der Kartenvorverkauf für „Ein Tag mit Herrn Jules“ hat begonnen. Eintrittskarten zum Preis von zehn Euro sind ab sofort im Bürgerbüro oder der Nachbarschaftsberatung im Rathaus Hünxe, Dorstener Straße 24, unter 02858-69106 erhältlich.

Die Autorin Diane Broeckhoven, 1946 in Antwerpen geboren, lebt nach 30 Jahren als freischaffende Autorin in den Niederlanden wieder in ihrer Geburtsstadt. Sie veröffentlichte 20 Jugendbücher. „Ein Tag mit Herrn Jules“ ist ihr zweites Buch für Erwachsene.

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