Gericht

Drogenkonsum mit Minderjährigen: Bewährung für Polizisten

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Foto: UWE SCHAFFMEISTER

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Hünxe/Duisburg.   Das Landgericht verurteilte den 47-jährigen Mann aus Hünxe zu zwei Jahren Haft mit Bewährung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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Wegen Einfuhr von Betäubungsmitteln und Beihilfe zur Abgabe von Rauschgift an Minderjährige in sieben Fällen verurteilte das Landgericht am König-Heinrich-Platz gestern einen 47-jährigen Polizisten aus Hünxe zu zwei Jahren Haft mit Bewährung.

Die umfangreiche Anklage, die dem Beamten, der seit über 20 Jahren seinen Dienst in Duisburg versah, mehr als 100 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz vorwarf, konnte am Ende des dreitägigen Prozesses nur zu einem Bruchteil bewiesen werden.

Angeklagter sollte Jungen Joints gegeben haben

Dem Mann war zu Last gelegt worden, in den Jahren 2014 und 2015 regelmäßig Joints geraucht zu haben, wenn der Familienvater seine damalige Geliebte in Rahm besuchte.

In mindestens 21 Fällen sollte er dem minderjährigen Sohn der Frau ebenfalls Joints gegeben, den Jungen zu Drogeneinkäufen angestiftet und ihn zu Einkaufsfahrten in die Niederlande mitgenommen haben.

Doch die belastenden Zeugenaussagen der Ex-Geliebten und ihrer Söhne wirkten auf die Juristen seltsam holzschnittartig und zum Teil wie auswendig gelernt. Dem Staatsanwalt und dem Gericht blieben Zweifel.

Gemeinsame Drogenpartys

Zu beweisen war daher nur das, was der 47-Jährige selbst zugegeben hatte: In mindestens sieben Fällen hatte er mit seiner Geliebten in Holland kleinere Mengen Marihuana und Haschisch gekauft, wobei ihm klar war, dass seine Freundin etwas davon später ihrem Sohn gab.

Es kam sogar zu gemeinsamen Drogenpartys, bei denen er gemeinsam mit der Geliebten, deren Söhnen und seinen eigenen Söhnen Rauschgift konsumierte. Die Söhne der Hauptbelastungszeugin hätten auch schon vorher mit Drogen zu tun gehabt, so der Angeklagte, der im Übrigen mutmaßte, dass die Belastungstendenzen der Ex-Geliebten etwas damit zu tun haben könnten, dass aus einer gemeinsamen Zukunft nichts wurde.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig

Zu Gunsten des 47-Jährigen ging das Gericht davon aus, dass die Söhne der Frau tatsächlich schon zuvor Kontakte in die Szene pflegten. Für den Angeklagten sprach vor allem dessen Geständnis, ohne das es wohl keine Verurteilung gegeben hätte, und der Umstand, dass er bislang nicht vorbestraft war.

Das Urteil, so es denn rechtskräftig wird, hätte für den derzeit suspendierten Kommissar automatisch den Verlust des Beamtenstatus und der Pensionsansprüche zur Folge.

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