EXTRASCHICHT

Mit der Dinslakener Extraschicht rund um die Welt

Allein der Sprung wäre schon eine Sensation.

Allein der Sprung wäre schon eine Sensation.

Dinslaken.   Die neunte„Extraschicht“ in Lohberg - mit Musik aus Afrika, Sport aus Asien, Akrobatik aus den USA und der Vielfalt Dinslakens.

„Wieder hier in meinem Revier“ singt der MGV Concordia nach seinem ersten, traditionellen „Glückauf“ und den Begrüßungsworten von Bürgermeister Dr. Michael Heidinger: Wieder hier zur „Extraschicht“ in der Zentralwerkstatt des ehemaligen Bergwerks Lohberg, um die Ferne zu erleben. Afrika, Asien, karibische Klänge und 100 Fotos aus der ganzen Welt, die Dinslakener eigens für diese Ausstellung zur Extraschicht eingereicht haben. Einmal quer übers Zechengelände geht es mit dem Propellerflugzeug. Das konnte sich jeder Besucher, egal ob klein oder groß, am Stand des ND-Jugendzentrums aus Holz bauen und als Andenken mitnehmen.

Jens Kim hat den „Spirit of Asia“ nach Lohberg geholt

Die Bauteile seien in der eigenen Holzwerkstatt vorgefertigt worden, erklärt ND-Jugendzentrumleiter Martin Baumann. Man hätte auch das Kleinholz von der großen Bühne der Zentralwerkstatt nehmen können. Jens Kim von der Din-Event als lokaler Veranstalter der „Extraschicht“ hat persönliche Kontakte spielen lassen und mit „Teapoong“ und „Baekho“ aus Dortmund und Oberhausen den „Spirit of Asia“ nach Lohberg geholt, mit hämmernden Beats und schlagenden Fäusten präsentieren die Kampfsportler eine teils waghalsige Budo-Show. Ihre Interpretation von Wilhelm Tell: Mit einem Salto rückwärts einen Apfel vom scharf geschliffenen Ninja-Schwert treten.

Ntetan-Tanz und Voodoo-Zauber auf der Zeche

Da mutet Noah Chornys humorvolle Akrobatikshow, in der er, scheinbar betrunken, an einer wild schwankenden Straßenlaterne herumturnt, fast heimelig an. Weniger gefährlich, aber nicht minder beeindruckend ist die Show von Otumfuo aus Ghana. Zur Musik der sechsköpfigen Band auf der Nebenbühne zeigt eine Tänzerin vor den bestuhlten Reihen der Zentralwerkstatt Akrobatik mit bis zu einem Dutzend Hula-hoop-Reifen, erleben die Besucher zum Klang der Djemben Ntetan-Tanz und Voodoo-Zauber. Ein Tänzer verschwindet vollständig in seiner ausladenden, bodenlangen Bastmaske, die bei jeder seiner Bewegungen raschelt.

Wasser und Licht im Fördermaschinenhaus

Ruhig dagegen ist die Atmosphäre im Fördermaschinenhaus. Wasser und Erde darstellend haben die Kreativen im Quartier Ulrike Int-Veen, Doris Kook, Uli Meier und Sabine Hulvershorn mit Licht, Videoinstallationen und begehbaren Kostümkegeln eine illuminierte Wasser und Erd-Welt erschaffen. Durch den blau schimmernden Raum hallt die Stimme von Samirah Al-Amrie. Später wird sie zur Handpan eigene Lieder live singen.

Wolfgang Heisels Bezug zum CO2-neutralen Standort

Aufs Wasser zog es auch Fotograf Wolfgang Heisel. Er segelte acht Monate mit einem holländischen Segelschiff in die Karibik und wieder zurück. Geladen hatte es Wein, Rum und Kakao. Das ernste Anliegen dahinter: das Werben für einen CO2-neutralen Frachtschiffverkehr: In Lohberg, dem künftig größten CO2-neutralen Areal Deutschlands, erzählt er von seinen Reisen. Derweil führen die Lohberg Tours durch den Stadtteil, bereitet man im Parkwerk das Fastenbrechen am Ende des Ramadan vor.

Im Atelier freiart, wo Fotograf Christian Klein mit überraschenden Querbezügen zwischen seinen Fotos vom Pier im Meer bis zur Makroaufnahme ins Gesicht eines Grashüpfers den Blick für Details schärf, verrät „Gemeinhardt“ in Renaissance-Gewandung, dass er in da Vincis Werkstatt eine Zeitmaschine gefunden hätte. Eine solche fehlt noch in der Zentralwerkstatt, wo die Laser durch die Luft zucken und Europas Sehenswürdigkeiten projizieren. Kinder versuchen die bunten Strahlen zu erhaschen. Ein Erlebnis ist die Extraschicht im Hier und Jetzt.

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