Klimanotstand

Jusos Voerde: Klimanotstand mündet nicht in „Verbotskultur“

In der vergangenen Woche hat der Stadtrat mehrheitlich den Klimanotstand in Voerde erklärt.

In der vergangenen Woche hat der Stadtrat mehrheitlich den Klimanotstand in Voerde erklärt.

Foto: Heiko Kempken / Heiko Kempken / FUNKE Foto Services

Voerde.  Jusos in Voerde schalten sich in Debatte um ausgerufenen Klimanotstand ein und werfen CDU vor, das Thema nur für den eigenen Wahlkampf zu nutzen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Jusos schalten sich in die Debatte um den ausgerufenen Klimanotstand in Voerde ein. Der Stadtrat hatte die Erklärung mit den Stimmen von SPD und Grünen – Letztere hatten den Antrag gestellt – gegen die von CDU, WGV und FDP auf den Weg gebracht. „Der vom Menschen gemachte Klimawandel ist längst wissenschaftlich bewiesen. Voerde reagiert darauf und nimmt dieses Thema sehr ernst. Die Stadt Voerde erkennt, dass es allerhöchste Priorität hat, die Klimakrise einzudämmen und dass die bisherigen Maßnahmen dafür nicht ausreichend sind“, sagen die Jusos.

Ein Ziel soll es sein, die CO2-Bilanz in Voerde zu verbessern

Ab sofort würden bei jeglichen Entscheidungen die Lösungen bevorzugt, die sich positiv auf das Klima, die Umwelt und den Artenschutz auswirken. Ziel sei es, die CO2-Bilanz in Voerde zu verbessern, durch unter anderem klimagerechtes Bauen und Sanieren, Nutzung von erneuerbaren Energien, Verbesserung der Verkehrsmobilität in Voerde und der Energieeffizienz und des Klimaschutzes im Gewerbe. Der Bürgermeister informiere Stadtrat und Öffentlichkeit nun alle sechs Monate über den Fortschritt und über eventuelle Schwierigkeiten bei der Reduktion von CO2-Emissionen, erinnern die Jusos an einen weiteren Punkt aus dem Antrag der Grünen.

Voerde erfülle eine Vorbildfunktion für andere Kommunen, Bundesländer und die Bundesregierung. Der Klimanotstand diene vor allem dazu, „dass die Stadt Voerde einen zukunftsfähigen und klimaneutralen Lebensstil entwickelt“. Ziel sei ausdrücklich nicht, eine Verbotskultur zu entwickeln und Veranstaltungen wie etwa den Karnevalszug oder die RheinZeit zu gefährden. Es gehe vielmehr darum, Alternativen zu finden und Kulturveranstaltungen klimafreundlich durchzuführen. Die Eindämmung des Klimawandels müsse sozialverträglich gestaltet werden, denn umweltfreundliches und energieeffizientes Handeln dürfe kein Luxus sein.

SPD-Nachwuchsorganisation appelliert für „lösungsorientierte gemeinsame Arbeit“

Dinslaken habe sich gegen den Klimanotstand entschieden und im Kreis Wesel sei eine „Klimaoffensive“ statt eines Klimanotstands beschlossen worden. Die CDU Voerde werfe der SPD deshalb Uneinigkeit vor. Die Christdemokraten müssten eigentlich wissen, dass die Nachbarkommunen und der Kreis stets eigene Entscheidungen wegen der dortigen Umstände treffen müssten und jede Instanz das gute Recht habe, sich eigenständig mit dem Thema Klimawandel auseinanderzusetzen, sagen die Jusos. Sie werfen der CDU in Voerde vor zu versuchen, ein Thema wieder nur einmal für den eigenen Wahlkampf zu nutzen, und appellieren für eine „lösungsorientierte gemeinsame Arbeit“ im Sinne der Stadt und ihrer Bürger.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben