Gartenbauverein

Getrübte Stimmung bei 50-Jahr-Feier von „Gut Grün“ in Möllen

Daumen hoch: 50 Jahre Gartenbauverein „Gut Grün“ – die Mitglieder lassen sich nicht unterkriegen.

Daumen hoch: 50 Jahre Gartenbauverein „Gut Grün“ – die Mitglieder lassen sich nicht unterkriegen.

Foto: Markus Joosten / FUNKE Foto Services

Voerde.  Ungewisse Zukunft der Gartenanlagen trübte bei Jubiläumsfeier von „Gut Grün“ in Voerde-Möllen die Stimmung. Bürgermeister hat sich eingeschaltet.

Es sollte eine fröhliche Feier sein, denn immerhin feierte der Gartenbauverein „Gut Grün“ am Samstag sein 50-jähriges Bestehen. Doch die Stimmung war bei vielen, zumindest zu Anfang, sehr gedrückt. Doch „wir lassen uns nicht unterkriegen, wir haben hier in Möllen schon weitaus mehr überstanden“, war von vielen Besuchern zu hören, die sich Gegrilltes, Kuchen, Kaffee und Bier gut schmecken ließen.

Pächter investierten viel Geld in ihre zur Gartenanlage 2 gehörende Parzelle

Auch Gisela Zimmermann und ihr Mann Charles Vanfürth waren bei der Feier dabei. Erst vor drei Jahren hatten beide eine Parzelle in der Gartenanlage 2 übernommen, die dem Verein „Gut Grün“ Mitte Juli von Vivawest gekündigt wurde. Nicht nur, dass sie damals eine Ablösesumme bezahlten, sie haben seitdem auch auch viel Geld hineingesteckt in den sehenswerten Garten. Charles Vanfürth wettert gegen den Verein, will rechtliche Schritte einleiten, sollte es am Montag, 19. Juli, in einem erneuten Gespräch mit dem Wohnungsanbieter nicht zu einer vernünftigen Einigung kommen. Er habe schließlich den Garten in gutem Glauben auf eine jahrelange Pacht übernommen. „Wenn ich gewusst hätte, dass der Vertrag schon nach so kurzer Zeit gekündigt wird, hätte ich den Garten nie übernommen.“ Ähnlich sehen das die anderen Gartenbesitzer der Anlage 2, einige davon haben, wie bereits berichtet, erst kürzlich den Garten gekauft.

„Bis vor ein paar Tagen dachte ich noch, dass ich mit Ihnen ein ganz normales Jubiläum feiern könnte“, sagte dann auch Bürgermeister Dirk Haarmann. Er sei von der Situation vollkommen überrascht und habe, gerade aus dem Urlaub kommend, sofort die Vivawest kontaktiert. Für ihn hätten die Gartenanlagen nie zur Disposition gestanden, denn diese seien nicht nur wichtig für den Klima- und Insektenschutz, sondern auch für das gesellschaftliche Zusammenleben in einem Stadtteil. Und ganz besonders in Möllen, einem Stadtteil mit Menschen aus verschiedenen Nationen, die sich alle hier in den Gartenanlagen einbringen würden.

Stadt sprach mit Vivawest bereits vor drei Jahren über strukturelle Entwicklung in Möllen

Bereits vor drei Jahren habe die Stadt mit Vivawest über die strukturelle Entwicklung in Möllen gesprochen. Der Leerstand in den Wohnungen sei auch auf die fehlende Sanierung zurückzuführen, das habe die Wohnungsgesellschaft erkannt und bereits erste Schritte eingeleitet.

„Wir haben Vivawest überzeugt, den Sanierungsstau zu beenden“, sagte der Bürgermeister. So habe das Unternehmen versprochen, den Wohnungsbestand mit Substanz intensiv zu sanieren, andere, nicht mehr erhaltenswerte freizuziehen und neu zu entwickeln. Vivawest habe ihm versichert, die Kündigung der Gartenanlage sei ein Irrtum gewesen, der durch eine Falschinterpretation im eigenen Hause begründet wurde. Für Haarmann aber ist dies, wie er sagte, ein Warnsignal, den Umstrukturierungsprozess in Möllen stärker zu begleiten, um gegebenenfalls rechtzeitig entgegenzuwirken zu können.

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