Politik

Fridays for Future bei den Linken: Aufruf zur Demo

Am Freitag soll in Dinslaken wieder demonstriert werden: Start ist um 12 Uhr auf dem Neutorplatz

Am Freitag soll in Dinslaken wieder demonstriert werden: Start ist um 12 Uhr auf dem Neutorplatz

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  Mirkan Alpaslan und Julian Kunz von Fridays for Future Dinslaken riefen bei der Kreisversammlung der Linken zur Demo am 20. September auf.

Zur Kreismitgliederversammlung hatten der Kreisverband Die Linke Mirkan Alpaslan und Julian Kunz vom Orga-Team der „Fridays for Future“ eingeladen. „Wir wollen einmal aus Sicht der jungen Umwelt-Bewegung die verschiedenen Aspekte beleuchten und diskutieren“, erklärt Kreissprecher Sascha Wagner seine Beweggründe. 18 Umweltinitiativen hätten die Linken versucht, im Kreis Wesel zu installieren, alle seien von der Politik inklusive der Grünen abgeschmettert worden.

Es werden nur zwei Schulstunden am Freitag bestreikt

Auf allgemeine Gegenliebe stoßen die Aktivitäten der beiden jungen Männer auch nicht immer. Weder Mitschüler noch Lehrer stünden 100 Prozent hinter ihnen, doch die meisten am Theodor-Heuss-Gymnasium fänden ihre Arbeit für den Klimaschutz gut. „Es ist auch nicht der komplette Freitag, den wir bestreiken, sondern es sind lediglich zwei Stunden“, berichtet Julian Kunz. Beide Jungen wünschen sich aber nicht nur Akzeptanz bei Lehrern und Mitschülern sondern vor allem von der Politik, von Unternehmen.

„Lächerliche Debatte um das Wort Klimanotstand“

Auch die Debatte um das Wort „Klimanotstand“ sei lächerlich und entlarve eigentlich die Spiele der Politiker. „Wir hoffen, dass wir noch vor der nächsten Wahl den Klimanotstand durchkriegen, bevor die Klimaleugner, bevor die Rechtspopulisten den Rat erobern“, so Alpaslan. Und Kunz ergänzt: „Hitzeperioden, Dürre, Ernteausfälle, Niedrigwasser und auf der anderen Seite Unwetter mit Starkregen sind keine Vorkommnisse in anderen Ländern, sie sind bei uns angekommen, da ist es unsinnig über das Wort Klimanotstand zu diskutieren.“

ÖPNV müsse gestärkt werden

16 Mitschüler sind in der Fridays for Future-Bewegung in Dinslaken, sechs seien davon aktiv. Zu den Demos kämen allerdings viele, doch die beiden Jungen wünschen sich vermehrt Mithilfe, auch von den anderen Schulen und den jungen Leuten, die bereits in der Ausbildung stehen. „Die haben mit ganz anderen Problemen zu kämpfen als wir Schüler.“ Zum Beispiel die Mobilität. Hier müsse sich vieles verändern, befinden die jungen Leute. Der ÖPNV müsste gestärkt, verbessert aber vor allem auch preiswerter werden. „Jeder Mensch sollte zu jederzeit am Leben teilnehmen können.“ Julian Kunz bittet, einen Blick nach Holland zu werfen. Dort sei der ÖPNV effektiver, besser und preiswerter. Weniger Autos auf den Straßen, mehr Innovationen. Julian Kunz hält E-Mobilität für überholt – der Antrieb mit Brennstoffzellen wäre die Alternative, die würde Deutschland wieder verschlafen.

„Wir sind zu bequem geworden“

Wie sich überhaupt das Konsumverhalten ändern müsse. „Wir sind zu bequem geworden“, meint Julian Kunz. Allerdings dürften die Geringverdiener nicht für die Umweltsünden der anderen finanziell bestraft werden. Starke Worte einer jungen Bewegung, fand Gerd Baßfeld, ehemaliger 68er-Aktivist und heute Fraktionsvorsitzender der Linken in Dinslaken. Sascha Wagner ruft dazu auf, die jungen Leute bei ihrer Demo am 20. September zu unterstützen. Treffpunkt ist um 12 Uhr der Neutorplatz, von dort aus geht es durch die Neustraße zum Stadtpark. „Zukunft geht uns alle an“, so Wagner. Das gelte auch für die Friedensdemo am 3. Oktober in Kalkar. Infos dazu unter www.demo-kalkar.de

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