Energie und Einsparpotenziale

Energieeffizienz: Auch Hünxe und Voerde gehören zum Netzwerk

Vertragsunterzeichnung bei Gelsenwasser in Hünxe (v.l.): Dr. Berthold Hambach (Gelsenwasser), Stefan Meuser (Kaarst), Hans-Josef Linßen (Straelen), Dr. Britta Schulz (Kalkar), Luuk Masselink (Alpen), Dirk Buschmann (Hünxe) und Wilfried Limke (Voerde).

Vertragsunterzeichnung bei Gelsenwasser in Hünxe (v.l.): Dr. Berthold Hambach (Gelsenwasser), Stefan Meuser (Kaarst), Hans-Josef Linßen (Straelen), Dr. Britta Schulz (Kalkar), Luuk Masselink (Alpen), Dirk Buschmann (Hünxe) und Wilfried Limke (Voerde).

Foto: Heiko Kempken

Hünxe/Voerde.   Sechs Niederrhein-Kommunen, darunter Hünxe und als Neu-Partner Voerde, setzen das KEEN-Projekt fort. Vertrag für neue drei Jahre bei Gelsenwasser

Energie effizient einsetzen, Einsparpotenziale nutzen: Die Palette der angestoßenen Projekte reicht von der energetischen Modernisierung von Schulen über die Sanierung der öffentlichen Gebäude bis zur Umrüstung des Fuhrparks auf Elektroautos. Die Teilnehmer des Netzwerks profitieren vom Erfahrungsaustausch untereinander. Die Kommunen berichten bei den Netzwerktreffen von Umsetzungserfolgen, aber auch von Problemen und deren Lösungen.

Die erste Phase des KEEN-Projektes (Kommunales Energieeffizienz-Netzwerk) mit fünf teilnehmenden Niederrhein-Kommunen – Hünxe, Alpen, Kaarst, Kalkar, Straelen – ist im Februar 2019 nach dreijähriger, intensiver Zusammenarbeit abgeschlossen worden. Nun startet Phase 2 mit sechs Teilnehmern, denn die Stadt Voerde ist hinzugekommen: Gestern unterzeichneten die Bürgermeister und Vertreter der sechs Kommunen in Hünxe den entsprechenden Vertrag für weitere drei Jahre. Netzwerk-Manager ist wieder Gelsenwasser.

„Alle bisherigen Teilnehmer möchten mit uns in eine zweite Runde gehen. Mit Voerde haben wir sogar noch einen weiteren Partner hinzugewonnen“, freut sich Dr. Berthold Hambach, Netzwerk-Manager und Leiter der Abteilung Energietechnik bei Gelsenwasser. Die Arbeiten im KEEN Niederrhein hätten bestätigt, dass mit einer vorangestellten Bestandsaufnahme ein Zeitraum von drei Jahren für die vollständige Bearbeitung aller Maßnahmen bei weitem nicht ausreiche. „Es konnten bereits diverse Projekte angestoßen werden, die Umsetzungen folgen jedoch in den nächsten Jahren“, so Hambach. Um die Erfahrungen zu den laufenden kommunalen Projekten auszutauschen, sei eine Fortführung des KEEN Niederrhein überaus sinnvoll. Wichtig sei auch, dass die Energieeffizienz-Themen der Kommunen „fest verankert werden und ein langfristig angelegtes Energiemanagement gefördert wird“.

Temperaturmessaktion an den Schulen

Viermal im Jahr finden Netzwerktreffen statt. Höhepunkt der bisherigen Netzwerkarbeit war die Temperaturmessaktion in den Schulen, die aufdeckte, dass das Regeln der Heizungsanlagen und das Verhalten der Nutzer verbesserungswürdig sind. Ohne große Investitionen könne hier viel Energie eingespart werden, heißt es bei Gelsenwasser. Hausmeisterschulungen seien durchgeführt worden, um den Energieverbrauch an Schulen zu senken.

Das bestätigt auch Hünxes Bürgermeister Dirk Buschmann. „Wir müssen Schulklassen dazu bringen, sich den Energieverbrauch bewusst zu machen.“ Dazu gehöre auch, die Fenster zu schließen und das Licht auszuschalten. Für das Energieeinsparen könnte es auch finanzielle Anreize geben. Laut Buschmann sind in der Gemeinde Hünxe bei den Liegenschaften aber nicht die Schulgebäude oder Flüchtlingsunterkünfte der größte Energiefresser, „sondern unsere Pumpenhäuser. Sie sind sehr alt und unterliegen einem Energiemonitoring.“ Im Netzwerk-Projekt sieht er einen großen Vorteil. „Man arbeitet auf Augenhöhe mit den Kollegen und profitiert vom offenen Austausch.“

Wilfried Limke: „Wir sind dem Aufruf gerne gefolgt.“

Für Voerde nahm der Technische Dezernent Wilfried Limke an der Vertragsunterzeichnung teil. „Wir sind als sechste Niederrhein-Kommune dem Aufruf gerne gefolgt. Die Klimafolgenanpassung ist bei uns in der Verwaltung omnipräsent. Wir haben ein Klimaschutzkonzept und wollen auch einen Klimaschutzmanager einstellen.“ Wichtigste Themen seien hier die Bäderkonzeption und die Gesamtschule. „Wir wollen uns energieeffizient aufstellen.“ Dafür schreibe man jedes Jahr Energieberichte mit Fragestellungen wie etwa: „Was kostet ein Gebäude auf Dauer?“ Das Vermeiden, Energie zu verbrauchen, sei ein Wirtschaftsfaktor, so Limke. Auch er freue sich bei allem Handeln der Verwaltung zum Thema Energieeffizienz „auf den Austausch mit unseren Partnern“.

Aus Sicht von Dirk Buschmann sollten auch Themen wie „Energiedatenmanagement, Klimaanpassung und nachhaltige Mobilität“ stärker in den Fokus geraten.

Das Netzwerk wurde für drei Jahre vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert. Die Förderung soll darüber hinaus bewirken, dass sich die entstandenen Netzwerke auch nach Auslaufen der Förderung dauerhaft erhalten und die Netzwerkakteure in ihren Kommunen kontinuierlich weitere Maßnahmen realisieren.

Auch für neue interessierte Städte und Gemeinden ist das Netzwerk offen.

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