Strukturwandel

Ein Jahr Bergpark Dinslaken

Bestes Wetter beim Familienfest im Bergpark Dinslaken.

Bestes Wetter beim Familienfest im Bergpark Dinslaken.

Foto: FUNKE Foto Services

Dinslaken.   Am 26. Oktober 2014 wurde der Park eröffnet. Am Wochenende wurde Herbst- und Familienfest gefeiert. Dabei zeigte sich: Die Entwicklung geht weiter.

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Am 26. Oktober vergangenen Jahres, also vor fast genau einem Jahr, fielen die Bauzäune – der Lohberger Bergpark wurde eröffnet. Der Bergpark wurde wie kein anderer Ort zu einem Symbol des Aufbruchs, ohne dabei die industrielle Vergangenheit des Zechengeländes zu vergessen. Am vergangenen Samstag bot das Herbstfest, das unter Federführung des Vereins Parkwerk ins Leben gerufen wurde, Möglichkeit, über die Zukunft des Standortes und seine geschichtsträchtige Vergangenheit nachzudenken.

Am besten ging dies, wenn man sich einer Führung über das weitläufige Gelände anschloss und sich von Jasmin Schneidewind über den Park ins Bild setzen ließ. Schneidewind ist Gründungsmitglied von Parkwerk und eine der sechs Stadtteilführer/innen für Dinslaken-Lohberg. „Kunstobjekte und Freizeitmöglichkeiten miteinander verbinden“ – das ist für Schneidewind, was den Bergpark so besonders macht.

Vom begehbaren Wasserturm, in dem es beim Herbstfest Kuchen und Getränke gab, führte Schneidewind ihre Gäste parallel zur Hünxer Straße an den ins Wasser ragenden Stegen entlang. So manch einer sei hier schon „mit zwei Promille in den Teich gesprungen“, erzählt Schneidewind, die gleich mehrere Anekdoten zum Besten gab. Am meisten schmunzelt sie über manch Kunstwerk, das seinen Weg in den Park gefunden hat und dann doch übersehen wird. Bestes Beispiel ist da der stilisierte „Kohlebrocken“, den der dänische Künstler Jakob Kolding unter einer Sitzbank platziert hat. Doch über Kunst lässt sich – wie es auch der rote Hase des weltweit bekannten Künstlers Thomas Schütte beweist – vortrefflich streiten. Viel ärgerlicher sei es jedoch, dass man bei all den Investitionen eine öffentliche Toilette vergessen hat, erklärt Schneidewind.

Eine der neueren Errungenschaften des Bergparks ist das „Kraftwerk“, das unter der Regie von Folke Köbberling und Martin Kaltwasser entstand. Das aus Recyclingmaterialien gezimmerte Holzhaus beherbergt zehn Fahrräder, über die Strom erzeugt wird. Diese Nachhaltigkeit locke immer mehr Schulklassen in den Bergpark, erklärt Erich Globisch, den Schneidewind den „Bergpark-Bürgermeister“ nennt.

Was die beiden freut, ist der Rückgang des anfänglichen Vandalismus im Park. Nun müsste man noch die illegalen Autorennen auf dem asphaltierten Weg entlang der alten Zechenhallen ausbremsen – etwa mit ein paar Wegbegrenzern.

Auch ein Jahr nach seiner Eröffnung ist der Bergpark kein abgeschlossenes Kapitel. Vielmehr wird er sich weiter dynamisch entwickeln. Abgesehen von der Wohnsiedlung im Norden gibt es weitere Projekt-Ideen: ein Mountainbike-Trail an der Halde oder ein Kneipp-Tretbecken etwa. Schneidewinds Vision ist es, „am Hang Sand aufzuschütten und eine Cocktailbar aufbauen“. Vorerst wäre sie aber auch mit einer öffentlichen Toilette zufrieden.

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