St.-Vinzenz-Hospital

Dinslaken: Crowdfunding für einen Inkubator für „Frühchen“

Der Förderverein KIM „Kind im Mittelpunkt“ und das St.-Vinzenz-Hospital gehen bitten auf ungewöhnliche Weise um Hilfe. Ein Transportgerät wird für Frühchen benötigt.

Der Förderverein KIM „Kind im Mittelpunkt“ und das St.-Vinzenz-Hospital gehen bitten auf ungewöhnliche Weise um Hilfe. Ein Transportgerät wird für Frühchen benötigt.

Foto: Vinzenz-Hospital

Dinslaken.  Der Förderverein KIM „Kind im Mittelpunkt“ und das St.-Vinzenz-Hospital in Dinslaken bitten auf ungewöhnliche Weise um finanzielle Hilfe.

Mit Rotlicht braust der Rettungswagen übers Land. Urplötzlich hatten bei einer Schwangeren die Wehen eingesetzt – viel zu früh. Die Fruchtblase war geplatzt, die Ärzte mussten das Kind per Kaiserschnitt holen. Das Geburtsgewicht nur 700 Gramm, es atmet schwach, seine Haut ist dünn, die Blutbahnen schimmern durch.

„Ungeschützt würde das Kind außerhalb des Mutterbauchs innerhalb weniger Minuten auskühlen“, so Chefarzt Dr. Christian Schmidt, Leiter der Kinderstation am St.-Vinzenz-Hospital. Das Kind müsste sofort an einen Inkubator angeschlossen werden. Im oben genannten fiktiven Fall könnte sogar das Vinzenz-Hospital das Frühchen nicht weiter versorgen, es müsste in eine Spezialklinik gebracht werden. Auch wenn das Vinzenz-Hospital bestens ausgerüstet ist, dürfen hier nur Frühchen im Level 2 versorgt werden, also Frühchen mit einem Gewicht ab 1250 Gramm. Für den Transport in die Spezialklinik (Level 1) ist ein Transport-Inkubator vonnöten, der das Frühgeborene schützt.

Transport zwischen verschiedenen Kliniken

Nicht nur für Transporte zwischen verschiedenen Kliniken sei dieser Inkubator nötig, gebraucht würde er auch schon allein für den Transport des Frühchens über ein Stockwerk vom Kreißsaal bis zur Station im Krankenhaus, so Dr. Schmidt. Selbst wenn Dinslaken, wie beantragt, zum Level-1-Zentrum ernannt würde, ist ein solcher Transport-Inkubator also immer noch notwendig.

Natürlich verfügt das katholische Krankenhaus über einen Transport-Inkubator – doch der ist inzwischen in die Jahre gekommen. Ein neues, modernes Gerät muss her. Denn mittlerweile seien insbesondere Beatmungstechnik sowie Sicherheitsstandards nicht mehr auf dem neuesten Stand, auch gebe es keine Ersatzteile für den 25 Jahre alten Transport-Inkubator, so Schmidt. Überdies böten neue Geräte eine schonendere Beatmung des Neugeborenen an.

Optimale Versorgung von Frühgeborenen

Um eine optimale Versorgung von kleinen Frühgeborenen aber auch kranken „reifen“ Neugeborenen im Raum Dinslaken, Voerde und dem Duisburger Norden – dem Einzugsbereich der Klinik – weiterhin gewährleisten zu können, sei die Neuanschaffung eines modernen Transport-Inkubators nötig. Nun kommt man bei einem guten Gerät schon einmal auf eine sechsstellige Summe. Die will erst einmal gestemmt werden. Selbst für den Förderverein KIM „Kind im Mittelpunkt“ ist eine derartige Summe kaum zu schultern. Doch im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums der Kinderstation im September wird sich KIM mit einem großen Teil der Summe beteiligen, das Krankenhaus trägt einen weiteren Anteil. Über das Crowdfunding wollen KIM und das St.-Vinzenz-Hospital weitere 10.000 Euro sammeln. „Auch wenn das Krankenhaus eine hohe Summe im fünfstelligen Bereich übernimmt, sind wir auf Ihre Hilfe angewiesen“, bitten Dr. Christian Schmidt und Kerstin Lammert, frühere Sierp, Vorsitzende von KIM.

Bürger können sich am Crowdfunding beteiligen

Die Volksbank bietet eine Plattform an, über die sich Bürger am Crowdfunding beteiligen können. Zielwert sind dabei 10.000 Euro. Die Aktion ist auf drei Monate ausgelegt, eine Verlängerung ist möglich, doch wenn die Summe bis zum Ende der Laufzeit nicht zusammenkommt, geht das bis dahin eingezahlte Geld an die Spender zurück. Doch KIM und Krankenhaus sind guter Hoffnung. „Bitte unterstützen Sie unser Projekt, damit auch unsere kleinsten und fragilsten Patienten auf ihrer oft schweren und zum Teil unvorhersehbaren ersten Reise optimal versorgt werden können“, sagt Dr. Christian Schmidt.

„Crowd“ (engl.) steht für Menschen, Menge, „Funding“ für Finanzierung. Crowdfunding ist also die Finanzierung einer bestimmten Sache durch eine Gruppe. Projekte lassen sich so verwirklichen, wenn die finanziellen Mittel fehlen. Initiator des Projektes ist der Förderverein KIM.

Unter dem Link https://volksbank-rhein-lippe.viele-schaffen-mehr.de/inkubator-dinslaken kann man vom 17. Mai, 10.14 Uhr, bis 21. Juli, 15 Uhr, teilnehmen. Zielwert: 10.000 Euro.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben