Gesundheit

Das Vinzenz-Hospital in Dinslaken hat ein neues Storchennest

Oberärztin der Gynäkologie Dörthe Scharnhorst (v.l.n.r.), Chefarzt Dr. Georgios Stamatelos, die junge Mutter Tatjana-Melissa Biastoch-John und Tochter Amelie Luise sowie Stationsleitung Susanne Gies im Aufenthaltsraum der neuen Neugeborenen-Station.

Oberärztin der Gynäkologie Dörthe Scharnhorst (v.l.n.r.), Chefarzt Dr. Georgios Stamatelos, die junge Mutter Tatjana-Melissa Biastoch-John und Tochter Amelie Luise sowie Stationsleitung Susanne Gies im Aufenthaltsraum der neuen Neugeborenen-Station.

Foto: Heiko Kempken / Heiko Kempken / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  Amelie-Luise ist eines der ersten Babys, die die funkelnagelneue Neugeborenenstation am St. Vinzenz-Hospital in Augenschein nehmen konnte.

Seit rund einer Woche steht die Neugeborenen-Station im St. Vinzenz-Hospital den jungen Müttern offen. Amelie-Luise ist eines der ersten Babys, die auf der neuen Station ihr Erdenleben begonnen hatten. Aber nur, weil Amelie-Luise keine Lust verspürte, pünktlich das Licht der Welt zu erblicken. Mama Tatjana-Melissa Biastoch-John hatte ein wenig neidisch zur neuen Station mit ihren hellen großzügig gestalteten Räumlichkeiten geschielt. Da ergriff Amelie-Luise die Initiative und weigerte sich das behagliche Nest zu verlassen – bis zu jenem Tag als die Mama zur funkelnagelneuen Neugeborenenstation wechselte. „Kaum waren wir dort, meldete sich Amelie-Luise“, erzählt die junge Mutter.

Eine bewusste Entscheidung

„Mal ganz ehrlich, die paar Tage konnte ich doch warten“, scheint Amelie-Luise, die friedlich in Mamas Arm schlief, zu signalisieren. „Es schien tatsächlich, als wolle sie als Erste die neuen Zimmer begrüßen“, sagt Mutter Tatjana-Melissa. „Wir waren gerade umgezogen, da meldete sie sich an.“ 3470 Gramm schwer war die Kleine bei ihrer Geburt vor rund einer Woche – ein süßes Mädchen, das in stoischer Ruhe das Blitzlichtgewitter der Fotografen über sich ergehen lässt. „Amelie-Luise ist ein Nachtmensch“, berichtet die Mutter dem Chefarzt Dr. Georgios Stamatelos, der Oberärztin Dr. Dörthe Scharnhorst und Stationsleiterin Susanne Gies, die sich gar nicht sattsehen können an der Kleinen. „Tagsüber das liebste Kind, wird sie abends mobil und hält uns auf Trab.“

Die Voerderin hat sich bewusst für das katholische Krankenhaus entschieden. „Ich hatte mir im Internet die nötigsten Informationen besorgt und schließlich an einer Kreißsaalführung teilgenommen. Das überzeugte mich“, so Tatjana-Melissa Biastoch-John. „Selbst das alte Storchennest gefiel mir, die neue Station aber ist einfach toll. Außerdem gibt es im St. Vinzenz eine Neugeborenen-Intensivstation. Also eine Rundum-Versorgung für alle Fälle. Ich wollte halt alles richtig machen beim ersten Kind.“

Storchennest mit zwei Familienzimmern

In der Regel verbringen Mütter mit ihren Neugeborenen drei bis zehn Tage auf der Station. Zehn Zimmer mit 22 Betten stehen ihnen auf der neuen Station zur Verfügung. Ins alte Storchennest, sagt Dr. Stamatelos, werde nach deren Umbau die Frauenklinik mit dem Brust- und Krebszentrum, die zur Zeit auf Station 8 beheimatet ist, einziehen. Dann liege endlich wieder das beieinander, was zusammen gehöre.

Zwei Familienzimmer beherbergt das neue Storchennest. „Damit auch Väter die ersten Stunden mit ihrem Baby zusammensein können“, erklärt der Chefarzt. Das sei wichtig für die emotionale Bindung der neuen Familie. Die Babys verbringen im St. Vinzenz-Hospital nämlich 24 Stunden bei den Müttern. Früher habe man die Kinder separat untergebracht, sie nur zum Stillen den Müttern übergeben, das sei gottlob Vergangenheit, so Chefarzt Stamatelos.

Zwei-Bett-Zimmer und ein großes Bad

Noch ist nicht alles an seinem richtigen Platz, wird im Außenflur noch gewerkelt, das neue Stillzimmer ist auch noch nicht fertig, doch die Zimmer sind modern und hell eingerichtet mit Wickelkommode, die man herunterklappen kann. Neutral gestaltet sind sie, „wir wollten sie bewusst nicht überladen“, so Stamatelos. Die junge Mutter nickt. „Das ist genau richtig so. Die Freunde bringen eh allerlei mit, dann ist das Zimmer voll.“ Zwei-Bett statt Dreibett-Zimmer, ein großes Bad, helle Flure, freundliche Untersuchungszimmer und ein großer Aufenthaltsraum, in dem man sich zum Frühstücks- und Abendbüfett anderen Müttern trifft. Das kommt an.

Eine Investition in die Zukunft

„Wir sind froh, eine solche Station zu haben“, sagt Susanne Krawath, stv. Pflegedirektorin. Fast 1000 Quadratmeter Platz für die Neugeboren – eine gute Investition der Krankenhausverwaltung, findet Krawath. „Wir müssen mit der Zeit gehen, den Patienten versuchen, das Beste zu bieten. Wenn Krankenhäuser nicht investieren, haben sie verloren.“ Das Personal deckt das Haus über die eigene Pflegeschule ab.

An Hebammen habe man allerdings noch Bedarf. „Im Kreißsaal verfügen wir über ausreichend Kräfte“, so Stamatelos. Aber es dürften ruhig ein paar mehr sein. Immerhin wolle man seinen Standard – eine Rundum-Betreuung der Schwangeren von Beginn an – nicht verlieren. „Wir haben eine gute Altersdurchmischung beim Pflegepersonal, da blicken wir beruhigt in die Zukunft“, bestätigt Stationsleiterin Susanne Gies.

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