Ausbildung

Azubi mit Behinderung lernt in Dinslakener Firma

Michel Evertz an seinem Arbeitsplatz in der Firma Kuhlmann Laden- und Innenausbau in Dinslaken.

Michel Evertz an seinem Arbeitsplatz in der Firma Kuhlmann Laden- und Innenausbau in Dinslaken.

Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  Das Familienunternehmen Kuhlmann im Hiesfelder Gewerbegebiet hat einen Auszubildenden, der an Muskelschwund leidet.

Michel Evertz leidet an Muskelschwund – und strahlt Lebensfreude aus. Der 18-jährige, der noch in diesem Monat seinen 19. Geburtstag feiern wird, absolviert zurzeit seine Ausbildung zum Mediengestalter im Familienunternehmen Kuhlmann Laden-und Innenausbau GmbH im Hiesfelder Gewerbegebiet. Er bezeichnet die Arbeit als seinen Traumberuf. „Seit ich damals in der Schule ein Praktikum in dem Bereich gemacht habe, wusste ich, dass ich das machen möchte“, erklärt Evertz.

Abschlussprüfung im Mai

Der Xantener befindet sich im dritten Ausbildungsjahr und wird im Mai seine Abschlussprüfung absolvieren. Dank seiner guten Leistungen auf der Arbeit und in der Berufsschule konnte er seine Ausbildung von vier auf drei Jahre verkürzen. Evertz’ Hauptaufgaben liegen im Erstellen von Bannern und Flyern, er übernimmt mittlerweile aber auch Aufgaben der Bauzeichner. „Wir kommen super klar, er entlastet mich bei Aufgaben, vor allem bei gestalterischen Dingen, die viel Zeit fressen“, lobt Ausbilder Tristan Pohl seinen Schützling.

„Ich habe mich gut aufgenommen gefühlt und habe nicht lange gebraucht, um mich einzugewöhnen“, berichtet Evertz von seiner Anfangszeit im Unternehmen. „Es ist uns ein besonderes Anliegen, dieses Thema nach vorne zu bringen. Menschen mit Behinderung sind wertvolle Arbeitskräfte. Wir würden uns wünschen, dass mehr Firmen Bereitschaft zeigen, diese Menschen auszubilden und einzustellen“, betont Stefan Schapfeld, Teamleiter Rehabilitanden und schwerbehinderte Menschen bei der Agentur für Arbeit Wesel.

Ein Vorbild für andere Betriebe

Anne Schwarz-Kuhlmann, Geschäftsführerin des Unternehmens, hat nicht lange gezögert, als sich die Möglichkeit bot, Evertz einen Ausbildungsplatz anzubieten. „Für mich und meine Familie ist es Normalität, mit Behinderungen umzugehen. Meine Schwester hat auch eine Behinderung“, erklärt Schwarz-Kuhlmann. Die Firma habe schon einige Arbeitskräfte mit Behinderung eingestellt, allerdings sei Michel der erste, der im Büro tätig sei, erläutert die Unternehmerin.

„Der Arbeitgeber muss mitspielen, es steht und fällt damit. Wir wollen anhand dieses Beispiels zeigen, dass sich mehr Betriebe trauen sollen, eine solche Ausbildung anzubieten“, appelliert Martina Tück, Ansprechpartnerin für die Einstellung von Menschen mit Behinderung bei der Agentur für Arbeit Wesel.

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