5. bis 7. Januar in Castrop-Rauxel

Singen, segnen, sammeln: Ein Sternsinger erzählt

Papst ruft zu "Frieden für Jerusalem" auf

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Castrop-Rauxel.  Anfang Januar ist die Zeit der Sternsinger. 2018 ziehen sie am Wochenende. Das hat Vor- und Nachteile. Warum Sternsingen oft Spaß, aber manchmal auch Ärger macht, erzählt ein „alter Hase“: Nils Vortmeier.

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Am ersten vollen Januar-Wochenende sind die Heiligen Drei Könige in der Stadt unterwegs. Ausgesendet in den katholischen Kirchengemeinden, ziehen sie von Haus zu Haus, um die weihnachtliche Friedensbotschaft und Segen für das neue Jahr zu bringen. Jeder Schritt der Sternsinger sei ein Stück vorwärts auf dem Weg zu einer besseren Welt, heißt es beim Sternsinger-Missionswerk. Die Spenden, die sie sammeln, sollen notleidenden Menschen in der Welt zu einem Leben abseits von Armut und Ausbeutung verhelfen. Jährlich fließt der Erlös in rund 500 Projekte weltweit.

Wie ist das eigentlich, als Sternsinger durch die Straßen der Stadt zu ziehen? Wir sprachen mit einem, der seit 20 Jahren in der Schutzengelgemeinde Frohlinde dabei ist und auch am Samstag, 6. Januar, wieder mitorganisiert: Nils Vortmeier, 30 Jahre jung, inzwischen wohnhaft in Dortmund, aber immer noch in Frohlinde aktiv. Das sagte er im Gespräch mit unserer Redaktion:

„Um die 25 Sternsinger werden in diesem Jahr in Frohlinde dabei sein. Die meisten rekrutieren sich aus unserer Messdienergemeinschaft, die 40 Mitglieder stark ist. Oft kommen Freunde oder Geschwister bei der Sternsingeraktion dazu. Wir starten Samstag um 9 Uhr mit einem Aussendungsgottesdienst. Dann sind die Gruppen bis 16 oder 17 Uhr unterwegs. Zwischendurch gibt es im Pfarrsaal eine Pause zur Stärkung – in der Vergangenheit gab es meistens Nudeln mit Bolognese. Darum gehört ein Orga-Team dazu: Einige kochen, andere waschen im Vorfeld die Gewänder und bringen sie wieder auf Vordermann. Diakon Josef Wefringhaus hilft ebenfalls in der Vorbereitung und am Tag der Aktion.

Bei jeder Gruppe ist ein jugendlicher Leiter oder ein Erwachsener dabei, manchmal auch zwei. Die Sternsinger selbst sind in etwa zwischen 9 und 14 Jahren alt. Also los geht es etwa ab der 3. Klasse. Manchmal haben wir Erstklässler dabei – die haben wir dann für kurze Runden eingeplant.

Die Kinder sammeln Geld für das Sternsinger-Kindermissionswerk – aber sie bringen auch unfassbar viele Süßigkeiten mit. Das ist jedes Jahr wieder beeindruckend, wie viele Tüten sie vollmachen. Solche Unmengen, dass wir davon auch Süßes weitergeben können: Wir spenden einen Teil an die Tafel. Unsere Kinder sind einsichtig genug, dass sie nicht 5 Kilo Süßes essen können und auch davon etwas abgeben.

Dass wir am Samstag gehen und nicht an einem Werktag, kann gut oder schlecht sein: Eigentlich müsste es eher gut sein, weil dann viele Berufstätige zu Hause anzutreffen sind. Aber morgens um halb 10, wenn wir beginnen zu klingeln, könnten wir den einen oder anderen vielleicht noch im Schlafanzug antreffen.

In Frohlinde klingeln wir an jeder Tür. Es gibt keine Anmeldelisten für unseren Besuch so wie in anderen Pfarreien. Dadurch kann es passieren, dass einige verärgert sind, wenn sie die Sternsinger sehen. Handgreiflich ist noch nie jemand geworden in den letzten 20 Jahren, aber dass Leute dumme Sprüche ablassen, die Tür vor den Nasen der Kinder wieder zumachen oder durchs Fenster lugen und erst gar nicht aufmachen, kommt schon mal vor. Das ist immer ein bisschen doof. Auf der anderen Seite gibt es aber zehnmal so viele Menschen, die öffnen und sagen: „Toll, dass ihr da seid, ich kann es schon den ganzen Tag kaum erwarten.“ Einige laden dann auch noch auf einen Kakao ein – das überwiegt bei weitem und ist ein schönes Gefühl.“

Die Sternsinger ziehen nicht nur durch Frohlinde, sondern im gesamten Stadtgebiet von Haus zu Haus. Die meisten am Wochenende (6./7. Januar), in einigen Gemeinden auch schon am Freitag (5. Januar). Dann empfängt auch der Bürgermeister einige Gruppen im Rathaus. Terminübersicht folgt in den nächsten Tagen.

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