Europatournee

Eskimo Callboy sind als Botschafter der Stadt unterwegs

Foto: Eskimo Callboy

Castrop-Rauxel.  Auf ihrer Tournee haben nicht nur die Musiker von Eskimo Callboy die Castrop-Rauxeler Fahne hochgehalten – vor allem ihre Fans taten es.

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Mitte Dezember endete die diesjährige Tournee der Castrop-Rauxeler Band Eskimo Callboy in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Die Tour zum neuen Album „The Scene“ führte die Band neben einem Japan-Abstecher nach Russland, Weißrussland und die Ukraine. Eskimo Callboy besteht aus den Sängern Kevin Ratajczak und Sebastian „Sushi“ Biesler, den Gitarristen Daniel Haniß und Pascal Schillo, Bassist Daniel Klossek sowie dem Schlagzeuger David Friedrich.

David Friedrich wurde einem breiteren Publikum durch seinen Auftritt in der RTL-Kuppelshow „The Bachelorette“ bekannt. Nun soll er nach Informationen der Bild-Zeitung im nächsten Dschungelcamp dabei sein. Das wird am 19. Januar starten und wie gehabt auf RTL ausgestrahlt. Das Finale ist am 3. Februar, mal sehen, ob mit David Friedrich.

Unser Mitarbeiter Christian Püls sprach mit Sänger Kevin Ratajczak jetzt über die Tournee-Rundreise, den Ukraine-Konflikt und seine Rolle als inoffizieller Botschafter der Stadt.

Hallo Kevin, ihr wart mit eurem Album „The Scene“ auf Tour. Wie war’s? Anstrengend. Ich habe erst mal zwei Tage durchgeschlafen, als wir zurück waren. Insgesamt waren wir ja seit Oktober mit Unterbrechungen auf Tour, aber jetzt zwölf Tage am Stück in Russland, Weißrussland und der Ukraine. Wir mussten viel fliegen, hatten oftmals am selben Tag den Auftritt.

Das ist halt anders, als wenn man abends im Tour-Bus schlafen kann. Wir hatten aber auch Party, wir hatten ja unterwegs zwei Geburtstage zu feiern. (Sänger Sebastian „Sushi“ Biesler und Gitarrist Pascal Schillo feierten jeweils ihren 30. Geburtstag; Anm.d.Red.)

Eure letzte Station war Kiew. Zuletzt wart ihr 2014 da, als dort der Konflikt eskalierte. Wie ist die Lage? Wir waren diesmal nur einen Tag dort. Wir sind morgens gelandet, dann ging es gleich zum Soundcheck. Vom Leben haben wir diesmal nicht so viel mitbekommen. Es herrscht Krieg, aber der findet nicht mehr direkt vor der Tür in Kiew statt. Damals war das ein innenpolitischer Konflikt, jetzt ist daraus etwas Außenpolitisches geworden. Man merkt halt schon, Russen und Ukrainer mögen sich zumeist nicht mehr, dahingehend gibt es auf beiden Seiten eine regelrechte Indoktrination. Vor zwei Jahren war das noch ganz anders. Wir als Band stehen halt dazwischen, wir wollen ja nur gute Laune verbreiten. Für mich macht das keinen Unterschied, ob ich es mit Russen oder Ukrainern zu tun habe.

Wie ist eure neue Platte „The Scene“ bei den Fans angekommen? Das war mega. Fans und Band haben da einen ganz speziellen Zugang zueinander. Die bringen Geschenke mit. In Jekaterinburg (in Russland am Uralgebirge; Anm.d.Red.) hatten sich Fans eine Castrop-Rauxel-Fahne bestellt und aufgehängt. In der Ukraine haben die Fans Castrop-Rauxel-Flaggen geschwenkt, passt ja farblich auch gut zur Landesflagge. Die Leute haben das Stadtwappen-X vom aktuellen Plattencover hochgehalten...

Moment, das erkennt man dort? Also eure hiesigen Fans werden ja schnell bemerkt haben, dass das Kreuz das Andreaskreuz aus unserem Stadtwappen darstellt... Seit wir das Album draußen haben, wurden wir oft auf unsere Heimatstadt angesprochen. Die Leute habe sich über das X Gedanken gemacht, die interessieren sich einfach für den Hintergrund. Oder mit den Castrop-Rauxel-Fahnen. ,Wir wollen, dass ihr Euch hier wohlfühlt‘, haben Fans gesagt, als wir sie darauf angesprochen haben. Das erfüllt mich schon ein wenig mit Stolz, dass wir die Stadt international bekannter gemacht haben.

Im März beginnt dann der zweite Teil eurer Tour. Was macht ihr bis dahin, außer mal richtig ausschlafen? Genau, ab März geht es durch Deutschland und Europa. Wir verhandeln außerdem gerade über eine USA-Tour. Im Sommer wollen wir natürlich wieder auf Festivals spielen, so wie immer. Derzeit arbeiten wir an einer Live-DVD unseres Köln Konzertes. Das war diesmal sozusagen unser Heimat-Auftritt, weil es noch am nächsten zu Castrop-Rauxel lag. Das war eine Hammer-Show. Da war viel Familie dabei, viele Freunde sind gekommen. Und wir arbeiten auch bereits am nächsten Album, das 2019 erscheinen soll.

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