Themenwoche Henrichenburg

Es lebt sich prächtig hier

Die rollende Redaktion machte auf dem Parkplatz des HeDi in Henrichenburg Station. Heinrich Olfmann (l.) und Rolf Kerger waren zwei der Besucher, die mit Redaktionsleiterin Katrin Walger-Stolle (2v.l.) und Redakteurin Katja Büchsenschütz ins Gespräch kamen.

Foto: WAZ FotoPool

Die rollende Redaktion machte auf dem Parkplatz des HeDi in Henrichenburg Station. Heinrich Olfmann (l.) und Rolf Kerger waren zwei der Besucher, die mit Redaktionsleiterin Katrin Walger-Stolle (2v.l.) und Redakteurin Katja Büchsenschütz ins Gespräch kamen. Foto: WAZ FotoPool

Castrop-Rauxel.   Die meisten Henrichenburger, egal ob Urgestein oder zugezogen, fühlen sich in ihrem Dorf sehr wohl. Am Redaktionsmobil, das am Mittwoch am Hedi-Zentrum parkte, gab’s deshalb nur wenig Kritikpunkte.

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Im Grunde sind sie sich hier alle einig: In Henrichenburg lebt es sich prächtig. Das war der einhellige Tenor am Redaktionsmobil, das gestern Station machte auf dem Parkplatz von Edeka an der Freiheit­straße, um mit den Bewohnern der nördlichen Stadtteile ins Gespräch zu kommen. Allerdings gibt es – wie wohl überall – das eine oder andere zu bemängeln.

Der Lärm, der von der Autobahn herüber kommt, ist so eine Sache. „Wir leben seit 36 Jahren in Becklem und dort zu wohnen ist wirklich ein Traum“, sagt Rita Seier. Ein „Aber“ hat sie dann doch mitgebracht. „Je nachdem, wie der Wind steht, ist es durch die A 2 sehr laut“, sagt die Frau mit den blonden Haaren und der modischen Brille. Sie würde sich wünschen, dass die Lärmschutzwände überarbeitet würden, denn, betont die Becklemerin: „Der Schutz reicht so nicht aus.“

Der Verkehr ist manchmal schlimm

Eine andere Anwohnerin bemängelt die Verkehrssituation auf der B235: „Hier stehe ich manchmal anderthalb Stunden im Stau – Henrichenburg ist ein richtiges Nadelöhr.“ Unzufrieden ist Manfred Seier mit der Regelung an der Beckumer Straße. „Das war nur eine Minderheit von Anwohnern, die sich dafür stark gemacht haben, dass die Durchfahrt in Richtung Horneburg gesperrt wurde“, moniert der Beckumer und fügt hinzu: „Und alle anderen haben das Nachsehen.“ Er kann die Entscheidung nicht nachvollziehen und hofft nun auf Einlenken der Stadtverwaltung.

Rundum zufrieden jedoch mit ihrem Ortsteil ist Theresia Jaletzky. Aufgewachsen auf einem Bauernhof in Becklem, lebt die 68-Jährige heute in Henrichenburg. „Hier gibt es doch alles: Ärzte, Supermärkte, Friseure, Kindergärten und eine Grundschule mit wirklich gutem Ruf – das macht es auch gerade für junge Familien attraktiv.“ Sie selbst schätzt die Nähe zur Natur: „Ich gehe viel mit meiner Hündin Emma spazieren, jetzt im Sommer besonders gerne durch das Wäldchen am Kanal.“ Interessant findet es die Rentnerin, sich mit anderen Henrichenburger Urgesteinen auszutauschen. Da musste sie am Redaktionsmobil gar nicht lange warten: Heinrich Olfmann und Rolf Kerger, die maßgeblich an der Festschrift zum 750-jährigen Bestehen des Stadtteils mitgewirkt haben, stießen schließlich zu der Gruppe. „Castroper werde ich nie“, sagt Heinrich Olfmann augenzwinkernd und spielt auf die Eingemeindung Henrichenburgs zu Castrop-Rauxel an. Die Verbundenheit zu ihrem Stadtteil zeichnet die Henrichenburger eben aus. Auch Gerda Müller ist eng verwurzelt mit dem Norden der Stadt. „Wenn ich mich an unsere Kirmes in den 50er-Jahren erinnere – da war hier noch was los“, schwärmt die 72-Jährige.

Eberhard von Lieres gefällt besonders der Zusammenhalt auf dem Dorf, vor allem die gute Nachbarschaft. „Die ist wirklich Gold wert. Das hat sich wieder gezeigt bei dem schweren Unwetter vor einigen Wochen. Da waren wir nicht zu Hause und unsere Nachbarn haben uns sofort informiert. Und tatsächlich hatten wir Wasser im Keller. Auch im Urlaub müssen wir uns keine Gedanken machen.“ 1993, als die Kinder aus dem Haus waren, ist Eberhard von Lieres mit seiner Frau nach Henrichenburg gezogen. „Wir fühlen uns ausgesprochen wohl hier“.

Heinz-Dieter Kryczka, seit 1963 Henrichenburger, bringt es so auf den Punkt: „Meine Frau hat mal bei einem Spaziergang am Kanal zu mir gesagt, warum überhaupt in den Urlaub fahren. Hier ist es doch so schön.“

Rolf Kerger (76) wohnt nicht nur seit 1964 im Dorf – zuerst in Becklem, später zog er dann nach Henrichburg –, er hat auch viele Jahre hier als Lehrer gearbeitet. „Henrichenburg“, sagt er, „hat sich sehr positiv entwickelt.“

> Hier geht’s zur Fotostrecke vom Besuch der rollenden Redaktion

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