Fridtjof-Nansen-Realschule

Der Weg für den Bürgerentscheid ist geebnet

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Castrop-Rauxel. Befürworter der Fridtjof-Nansen-Realschule jubeln auf der voll besetzten Empore des Ratssaals. Die Politik hat das Bürgerbegehren einstimmig für zulässig erklärt. Für den Erhalt der FNR gab’s trotzdem keine Mehrheit, also steht jetzt der Stichtag für den Bürgerentscheid vor der Tür: am 28. Oktober - wenn es vorher keine juristischen Scharmützel gibt.

Nach dreieinhalb Stunden leidenschaftlich geführter Rededuelle war die Abstimmung zum Bürgerbegehren „Rettet die Fridtjof-Nansen-Realschule“ im Rat endlich durch: Alle Fraktionen beschlossen einstimmig die Zulässigkeit. Auch Bürgermeister Johannes Beisenherz, der nach den Verfügungen der Aufsichtsbehörden dem Rat eigentlich ein Nein entgegenzusetzen hätte, und sich im Vorfeld nicht öffentlich zu seiner Entscheidung äußern wollte, stimmte zu.

„Ich sehe mich dem Bürgerwillen verpflichtet, auch wenn ich inhaltlich nicht einverstanden bin.“ Damit ist der Weg für einen Bürgerentscheid geebnet. Der soll nun wie beabsichtigt am 28. Oktober durchgeführt werden - wenn denn alles glatt läuft.

Zuvor hatte Rechtsdezernent Michael Eckhardt einen Ausflug ins Juristische unternommen. Sein Fazit: Es wird Diskussionen mit der Aufsicht geben, „aber wir sind der Meinung, das Begehren ist zulässig“. Die Hakeleien mit den übergeordneten Behörden könnte nun bei einer Beanstandung durchaus für zeitliche Verzögerung im weiteren Fortgang sorgen. Beisenherz: „Eine endgültige Klärung kann nur vor Gericht erfolgen.“ Die zahlreichen Realschul-Retter, Schüler, Lehrer wie Eltern, die mit großen Transparenten erschienen und auf der voll besetzten Empore das Geschehen verfolgten, hielten beim trockenen Rechts-Exkurs durch - so wie bei den Pro- und Contra-Wortmeldungen der Politik zu Realschule und Sekundarschulgründungen. Immer wieder gab’s für einzelne Redebeiträge offenen bis stürmischen Applaus und bei Meinungen der Gegenseite entsprechende Unmutsäußerungen. Manfred Postel (FWI), einer der starken Antreiber der Initiative gibt sich nun äußerst siegessicher: „Ich bin massiv überzeugt, dass wir den Bürgerentscheid gewinnen werden. Das Standing dieser Realschule ist riesig.“ Und auch Michael Breilmann hebt den Daumen: „Ja ohne wenn und aber mit Ausrufezeichen.“

Andersrum die SPD. Fraktionschef Daniel Molloisch: „Die SPD ignoriert keine 13 000 Stimmen. Der Bürgerentscheid soll kommen, aber am 28. Oktober wird mit Nein gestimmt.“ Auf eine klare Entscheidung pocht, ja, freut sich Parteichef Rajko Kravanja. Er hat „überhaupt keine Angst vor dem Bürgerentscheid“ und sagt: „Wenn es am Ende eine Entscheidung ist, die gegen mich ist, dann akzeptiere ich das.“ Gegner wie Befürworter überzeugte vor allem der Auftritt von Christel Sperz von Pro FNR. „Mehr als 20 Prozent der wahlberechtigten Bürger unterstützen uns. Deshalb haben wir die begründete Hoffnung, dass sehr viele am 28. Oktober mit Ja stimmen werden.“

Für eine willkommene Schnittchenpause sorgte die CDU. Sie beantragte geheime Abstimmung beim Punkt „Der Rat entspricht dem Bürgerbegehren ,Rettet die FNR’ nicht“. Überraschendes Ergebnis: 25 Ja-Stimmen - also für Sekundarschulgründungen, 21 Nein-Stimmen. Das ist eine Stimme mehr als Rot-Grün plus Bürgermeister. Versehentlich oder gewollt?

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