Fisch des Jahres 2018

Der Dreistachlige Stichling ist zurück im Deininghauser Bach

Der Dreistachlige Stichling ist wieder im Deininghauser Bach angekommen.

Foto: Emschergenossenschaft

Der Dreistachlige Stichling ist wieder im Deininghauser Bach angekommen.

Castrop-Rauxel.  Die Fische sind zurück. Das Emschersystem wird nach und nach sauberer. Der Dreistachlige Stichling ist einer der ersten Rückkehrer. Auch im Deininghauser Bach ist er wieder zu Hause. Und diese Fische sind sogar kleine Baumeister.

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Der ökologische Umbau des Emscher-Systems schreitet gut voran – rund 130 Kilometer an Gewässerlandschaften sind bereits naturnah umgestaltet. Das ist an sich schon eine gute Nachricht, aber es kommt noch besser: Wie Ilias Abawi von der Emschergenossenschaft jetzt mitteilt, kehren nun vermehrt auch wieder Fische in die einst „biologisch toten“ Gewässer zurück. Nachgewiesen wurde in nahezu allen renaturierten Flussabschnitten im Emscher-System der Dreistachlige Stichling – auch im Deininghauser Bach in Castrop-Rauxel.

Bei diesem Exemplar handelt es sich sogar um einen echten Prominenten. Denn: Der Dreistachlige Stichling (wissenschaftlicher Name: Gasterosteus aculeatus) wurde vom Deutschen Angelfischereiverband gemeinsam mit dem Bundesamt für Naturschutz und in Abstimmung mit dem Verband Deutscher Sporttaucher zum „Fisch des Jahres 2018“ gewählt. Damit kommt dieser winzigen, eher unscheinbaren Fischart, die quasi keine Bedeutung für das Angeln und den menschlichen Verzehr hat, große Aufmerksamkeit zu.

Wichtige Funktion im Gewässerökosystem

Mit der Wahl zum „Fisch des Jahres“ zeigt das Gremium auf, dass auch kleine Fischarten wie der Dreistachlige Stichling wichtige Funktionen in unseren Gewässerökosystemen übernehmen. Gleichzeitig soll aber auch der Blick für die besondere Lebens- und Verhaltensweise dieser Fischart geschärft werden – denn der Dreistachlige Stichling baut während seines Brutgeschäftes Nester!

Nestbau ist sicherlich eine Eigenschaft, die man eher der Vogelwelt und weniger den Fischen zuschreiben würde, tatsächlich aber baut das Männchen, welches zur Laichzeit farbenprächtig und ansonsten wie die Weibchen eher unauffällig gefärbt ist, aus Pflanzen- und Algenmaterial ein Nest auf dem Gewässerboden. Nachdem das Weibchen nach erfolgreichem Werben seine Eier dort hinein abgelegt hat, über-nimmt das Männchen mit der Befruchtung die Brutpflege und beschützt über mehrere Wochen die Brut bzw. Jungfische.

Schmutzfreie Oberläufe als Zuflucht

Diese früher allgemein häufige Fischart war nahezu in allen Fließgewässern des Emscher-Systems zu finden. Mit der Gewässerverschmutzung sind jedoch auch die Bestände dieser an sich recht widerstandfähigen Fischart stark zurückgegangen. Hier waren ja die meisten Gewässerstrecken aus bekannten Gründen sogar gänzlich frei von Fischen. Allerdings haben die Stichlinge in vielen kleinen, schmutzwasserfreien Oberläufen die Zeit der „Köttelbecken“ überlebt und zählen heute in nahezu allen ökologisch umgebauten Gewässerabschnitten des „Neuen Emschertals“ zu den ersten Rückkehrern.

Inzwischen ist der Dreistachlige Stichling im Revier wieder weit verbreitet und es ist laut Abawi zu erwarten, dass diese Fischart mit dem Abschluss des Emscher-Umbaus das gesamte Gewässersystem nahezu vollständig wiederbesiedeln wird. Dabei wird sie auch auf andere Fische treffen, denn die Emschergroppe sowie die Bachforelle wurden ebenfalls bereits wieder in den Emscher-Flüssen nachgewiesen.

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