Haushaltsplan

Castrop-Rauxel will 2018 ein Plus in der Kasse haben

Castrop-Rauxel.  Der Haushaltsplan einer Stadt ist immer zentrales Thema in der letzten Runde der politischen Beratungen. Manche Zahlen daraus überraschen.

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Der Etat für 2018 ist beschlossene Sache: Die Linke und die FWI stimmten mit sieben Ratsmitgliedern dagegen, die UBP (2) enthielt sich – die große Mehrheit stimmte dem Etat zu. Gleiches galt für den Haushaltssanierungsplan und den Personalplan, die ebenfalls verabschiedet wurden. Aber was steht drin? Die wichtigsten Zahlen.

+ 402.467 Euro: Das ist die Zahl, die unter dem Strich steht: Wenn alles so läuft wie angedacht, also wenn die Steuerprognose zutrifft, der Stellenplan eingehalten wird und keine ungeplanten Kosten auf die Stadt zukommen, dann macht Castrop-Rauxel am Ende des Jahres eine halbe Million Euro Plus. Im Plan für das Jahr standen +282.685 Euro.

212,2 Mio. Euro: Die Ertragsseite im Ergebnisplan: Wenn man alle Einkünfte zusammennimmt, soll Ende 2018 dieser Betrag in die Stadtkasse geflossen sein. Der größte Teil sind Zuwendungen und Umlagen (46,5 Prozent): Aus 89,4 Millionen Euro im Plan 2017 werden für 2018 98,7 Millionen Euro, weil Flüchtlingsgelder von Land und Bund anders gebucht werden. 37,1 Prozent resultieren aus Steuern und Abgaben: 78,7 Millionen Euro oder 2,2 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

Ausgaben steigen an

211,8 Mio. Euro: Die Aufwendungsseite im Ergebnisplan, also alle Ausgaben der Stadt. Sie steigen im Vergleich zum Vorjahres-Etatplan um 5,5 Millionen Euro. Die Hälfte ihres Geldes gibt die Stadt für Transferleistungen aus. Auf knapp 50 Millionen Euro wächst der Personaletat – um 4,2 Millionen Euro verglichen zum Plan für 2017.

6,3 Mio. Euro: So viel ist der Stärkungspakt Stadtfinanzen im Jahr 2018 wert: Während in den ersten vier Jahren bis Ende 2016 jährlich 13 Millionen Euro in die Stadtkasse flossen, schmilzt dieser Betrag bis 2021 auf 0 Euro ab. 2018 sind das also noch knapp drei Prozent der Ertragsseite – das klingt ja gar nicht nach allzu viel, doch es hilft der Stadt schon.

Steuern sind überlebenswichtig

78,7 Mio. Euro: Viele Politiker reden über Steuerentlastungen. In den Städten sind aber die Einkünfte aus Steuern überlebenswichtig. Dabei kommen 2018, wenn die Prognose stimmt, 31,3 Millionen Euro aus der Einkommenssteuer – 1,35 Millionen Euro mehr als im Plan für 2017. Auf Rang 2 folgt die Gewerbesteuer (22,9 Millionen Euro, +60.000 Euro) vor der Grundsteuer B (16,4 Millionen Euro).

3,7 Mio. Euro: Investitionen ist hier das Stichwort: Die Stadt nimmt so viel Geld als Kredit auf, um es in die Sanierung von Schulen zu stecken, Gehwege und Straßen in Ordnung zu bringen und Projekte wie den „Sprung über die Emscher“ und den geplanten Bildungscampus möglich zu machen. Da trägt die Stadt nicht alle Kosten, aber durchaus beträchtliche Eigenanteile.

Großer Batzen Umlagen an Kreis und LWL

105,9 Mio. Euro: Genau die Hälfte der Aufwendungen fließen in Transferzahlungen. 2,5 Millionen Euro mehr als im Vorjahresplan. Zum Vergleich: 2012 lag dieser Posten bei 89,3 Mio. Euro. Sozialleistungen machen davon 22,2 Mio. Euro (21 Prozent) aus. Der größte Batzen aber (56 Prozent) sind Umlagen an den Kreis und den Landschaftsverband.

50 Mio. Euro: Aufwendungen fürs Personal ist die Überschrift über diesen Kosten – ein Viertel der städtischen Ausgaben. 210 Beamten-Vollzeitstellen (2017: 204) sowie 707 Angestellten-Vollzeitstellen (695) hat die Stadt in diesem Jahr zu finanzieren.

4,1 Mio. Euro: Die Stadt hat Schulden – darum zahlt sie so viel Zinsen. Kein Wunder! Im Etatplan für das Jahr 2012 schrieb sie noch 23 Millionen Euro Minus aus; ein Beispiel. So häufte sich ein Schuldenberg von 300 Millionen Euro an. Im Plan für 2017 standen noch Zinsen in Höhe von 5,2 Millionen Euro, im Plan für 2019 stehen 4,3 Millionen Euro. Die Niedrigzinsphase hilft. Für 2020/21 plant man nach dem Vorsichtsprinzip, heißt es, falls die Zinsen steigen – mit je 8 Millionen Euro.

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