Stadtmittelpunkt Castrop-Rauxel

Arne-Jacobsen-Ensemble wird als „Big Beautiful Building“ ausgezeichnet

Das Forum-Ensemble mit Rathaus, Europa- und Stadthalle sowie der Freifläche dazwischen wird jetzt ausgezeichnet.

Das Forum-Ensemble mit Rathaus, Europa- und Stadthalle sowie der Freifläche dazwischen wird jetzt ausgezeichnet.

Foto: Jens Lukas

Castrop-Rauxel.  Der Stadtmittelpunkt mit Stadthalle, Europahalle und Rathaus ist unbestritten ein eindrucksvoller Komplex. Entworfen wurde er vom Stararchitekten Arne Jacobsen Ende der 60er-Jahre Jetzt wird er preisgekrönt.

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Ob die Gebäude, die der dänische Stararchitekt Arne Jacobsen Anfang der 60er Jahre entworfen hat, „schön“ sind, liegt in den Augen des jeweiligen Betrachters. Eine gemeinsame Kampagne von StadtBauKultur NRW und der TU Dortmund haben die Gebäude, die vom Geist der 1950er bis 1970er-Jahre geprägt sind, jetzt auf jeden Fall ausgezeichnet. Am Donnerstag, 28. Juni, erhält das Ensemble deshalb die Auszeichnung „Big Beautiful Building“.

Feierstunde am 28. Juni

Um 18.30 Uhr sind Nachbarn, Politik, Architekten und alle interessierten Castrop-Rauxeler eingeladen, im Oberen Ratssaalfoyer des Rathauses (Europaplatz 1) an einer kleinen Feierstunde teilzunehmen und in lockeren Gesprächen mehr über die Gebäude und das Arbeiten darin zu erfahren. Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Rajko Kravanja und der Preisübergabe durch Dipl. Ing. Tim Rieniets, Geschäftsführer der StadtBauKultur NRW, tritt die Gruppe CasKultur auf. Prof. Dr. Philipp Walkenhorst, der als einer der Ansprechpartner des Vereins „Hände weg vom Stadtgarten Castrop“ langjährige Erfahrungen mit dem Erhalt von Denkmälern hat, moderiert die Veranstaltung.

Bauboom in den Wirtschaftswunderjahren

Das Forum Stadtmittelpunkt reiht sich in eine Etappe der Baukultur ein, die mit gewagten und experimentellen Bauten nach neuen Wegen suchte. In keiner Zeit wurde mehr gebaut als in den Wirtschaftswunderjahren, in denen man vom Aufbruch in eine bessere Zukunft träumte. Überall entstanden neue Schulen und Universitäten, Rathäuser, Kirchen, Kaufhäuser und Wohngebäude.

Die von Arne Jacobsen entworfenen und nach seinem Tod von seinem Kollegen Otto Weitling fertiggestellten Gebäude sollten bei wachsenden Bevölkerungszahlen den Zusammenschluss der nördlichen und südlichen Stadtteile an einer neuen Stadtmitte mit kulturellem und administrativem Zentrum schaffen. Die geschwungenen Dächer, heute liebevoll „Sprungschanzen“ genannt, waren eine Weltneuheit. Selbst bei der Gestaltung des Außengeländes bedachten die Architekten jeden Pflanzenkübel und jede Hecke, durch die geografische Formen erzeugt werden.

Variable Wände im Inneren lassen vielfältige Raumgestaltungen zu. In verdeckten Nischen wurde Stauraum für Akten und Teeküchen geschaffen, Farbkonzepte angelegt und ein eigenwilliges Belüftungssystem installiert. Dies sind nur wenige Details, die zeigen, dass der Stadtmittelpunkt architektonisch gesehen ein Schmuckstück ist.

Gebäude sollen neu entdeckt werden

Das Projekt Big Beautiful Buildings (BBB) stellt 2018 große und kleine, bekannte und unbekannte Gebäude vor und lädt ein, sie wieder zu entdecken. Begleitet wird die Kampagne durch umfangreiche Informationen und ein Programm aus Kunst, Kultur und Unterhaltung. So setzen in Castrop-Rauxel beispielsweise die Künstlerin Pia Janssen und die Autorin Bettina Erasmy am 30. September das Klangprojekt „Die Stimme der Stadt“ um. Zugleich fällt die Kampagne in das Europäische Kulturerbejahr 2018, das von der Europäischen Kommission ins Leben gerufen wurde. In Deutschland steht das Jahr unter dem Motto „Sharing Heritage“.

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