Finanzen

Unmut über Verluste des Flugplatzes Schwarze Heide wächst

Der Flugplatz Schwarze Heide macht ständig hohe Verluste. Der Unmut darüber nimmt zu.

Der Flugplatz Schwarze Heide macht ständig hohe Verluste. Der Unmut darüber nimmt zu.

Foto: Heiko Kempken

Kirchhellen.   Dinslakener Finanzausschuss lehnt Wirtschaftsplan wegen hoher Defizite ab. Kritik gab es auch schon in Wesel und Voerde. Linke fordern Ausstieg.

Der Unmut über die anhaltenden Verluste des Flugplatzes Schwarze Heide nimmt weiter zu. So lehnte jetzt eine Mehrheit im Finanzausschuss des Stadtrates in Dinslaken demonstrativ den Wirtschaftsplan der Flugplatzgesellschaft ab. In den Jahren zuvor hatte es auch im Kreistag von Wesel und in der Gemeinde Voerde schon Kritik an den ständigen sechsstelligen Defiziten des Flugplatzes gegeben.

Für dieses Jahr weist der Wirtschaftsplan der Flugplatzgesellschaft einmal mehr ein dickes Minus aus. Für ein Defizit von 236 000 Euro müssen die Anteilseigener danach gerade stehen. Den größten Teil dieser Verluste muss auch nach dem Verkauf von fünf Prozent ihrer Anteile an den Privatmann Klaus Lesker nach wie vor Bottrop tragen. Über 100 000 Euro muss die Stadt dafür aufbringen.

CDU-Ratsherr zweifelt am Sinn der Beteiligung

Anders als der Bottroper Rat denken die Dinslakener Finanzpolitiker bisher offenbar nicht an einen Verkauf von Anteilen, um den Verlustausgleich zu verringern. Ein Bündnis aus CDU und Linkspartei sowie zwei Wählergemeinschaften will mit seinem Nein zu dem Wirtschaftsplan zumindest jedoch ein Zeichen setzen. Der Flugplatz sei zwar die Heimat mehrerer Sportvereine und auch ein beliebtes Ausflugsziel, sagte der Dinslakener CDU-Ratsherr Rainer Holzborn, dennoch sei zu „überlegen, wie viel Geld dieses Freizeitvergnügen wert ist“.

Sein Parteikollege Horst Miltenberger zweifelte gar am Sinn der Flugplatzbeteiligung seiner Stadt. Denn auch der im Wirtschaftsplan vorgesehene Bau einer neuen Flugzeughalle und einer Tankstelle lasse keine wesentliche Besserung erkennen. „Auch in fünf Jahren“ werde der Flugplatz werden der Flugplatz weiterhin Verluste schreiben.

Linke begrüßen Zeichen gegen Geldverschwendung

Stadtkämmerer Willi Loeven hatte wegen der auch in Bottrop immer wieder aufkommenden Kritik an den Verlusten darauf hingewiesen, dass die Zuschüsse an die Flugplatzgesellschaft immerhin leicht rückläufig seien. Dennoch fordert Linken-Ratsherr Niels Holger Schmidt nun: „Angesicht der Absetzbewegungen vom Flughafenprojekt in den anderen Teilhaberkommunen ist es dringend an der Zeit, auch für Bottrop konkrete Ausstiegsszenarien ins Auge zu fassen“. In den anderen Städten setze sich mehr und mehr die Erkenntnis durch, dass die Zuschüsse für den Flugplatz vergebens seien. „Wir begrüßen dieses deutliche Zeichen gegen die fortgesetzte Geldverschwendung“, lobt Schmidt das demonstrative Nein in Dinslaken.

Der Sprecher der Linken fordert, dass wie in der Nachbarstadt Andre Hümpel, der Geschäftsführer der Flugplatzgesellschaft, auch in Bottrop Stellung zur finanziellen Lage des Flugplatzes nimmt.

Stadt Bottrop ist die größte Gesellschafterin

>>> An der Flugplatzgesellschaft Schwarze Heide sind neben der Stadt Bottrop der Kreis Wesel und die Städte Dinslaken, Voerde und Hünxe beteiligt. Auch der Privatmann Klaus Lesker besitzt fünf Prozent der Gesellschaftsanteile.

Die Stadt Bottrop ist trotz des Verkaufs der Anteile an Klaus Lesker nach wie vor die größte Gesellschafterin. Sie besitzt 44 Prozent des Flugplatzes. Es folgen Dinslaken mit einem Anteil von 21 Prozent und der Kreis Wesel mit 20 Prozent. Die Städte Voerde und Hünxe sind wie der Privatmann mit jeweils fünf Prozent beteiligt.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben