Fuhlenbrock

Trotz Protest: Busse fahren ein Jahr lang über Goethestraße

Anwohner an der Goethestraße ärgern sich, dass der Bus durch die enge Wohnstraße fährt. Rechts: SPD-Ratsherr Daniel van Geister.

Anwohner an der Goethestraße ärgern sich, dass der Bus durch die enge Wohnstraße fährt. Rechts: SPD-Ratsherr Daniel van Geister.

Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Die Anwohner müssen vorerst damit leben, dass Busse über die Goethestraße fahren. Alles andere sei zu teuer. Nächstes Jahr wird neu entschieden.

Die bei Anwohnern umstrittene Busverbindung zwischen dem Fuhlenbrocker Markt und Oberhausen über die Goethestraße bleibt zumindest ein Jahr lang unverändert bestehen. Die Stadt will so lange beobachten, wie die neue Route der Buslinie 961 von Fahrgästen angenommen wird. Die Verkehrsplaner bleiben dabei: Die Fahrt durch die Goethestraße sei die vergleichsweise beste Variante

Die Anwohner hatten allerdings vor allem kritisiert, dass die direkte Buslinie auch über die Goethestraße führt. Die Straße sei für die Linienbusse zu eng. Auch parkende Autos ließen einen reibungslosen Busverkehr nicht zu. Alternative Verbindungen sind der Stadt allerdings zu teuer. Sie sorgen sich außerdem, dass auch der Durchgangsverkehr wieder zunehmen könnte, falls die Stadt Parkverbote erlässt, um für die Busse eine freiere Fahrt zu schaffen.

Verkehrsausschuss wartet Bilanz der Fahrgastzahlen ab

„Das ist eine reine Kostenentscheidung gewesen. Die anderen Strecken haben erhebliche Mehrkosten zur Folge“, räumt auch Daniel van Geister ein. Man habe sich daher darauf verständigt, die Linie bestehen zu lassen. Der Fuhlenbrocker SPD-Vorsitzende hatte sich für die Interessen der Anwohner eingesetzt. „Wenn wir neue Fahrgastzahlen und auch Angaben über Verspätungen haben, können wir dann neu beraten und entscheiden“, sagte der SPD-Ratsherr.

Beigeordneter Klaus Müller hatte den Bürgern eine Prüfung ihrer Alternativvorschläge zugesagt. Zwei Alternativen waren dabei im Gespräch: einerseits eine Verlängerung der Linie SB 93 zum Fuhlenbrocker Markt, ohne die Goethestraße befahren zu müssen; andererseits eine Linie von der Oberhausener Straße über die Straße Im Fuhlenbrock zum Marktplatz.

Kosten für alternative Strecke wären fünfmal so hoch

Die Überprüfung ergab, dass bei der ersten Variante die fünffachen Kosten im Vergleich zur Busfahrt über die Goethestraße entstehen würden. Die Kosten stiegen nicht nur wegen der längeren Strecke, sondern auch weil ein zusätzlicher Bus eingesetzt werden müsste. Das liege daran, dass die Wendezeit an der Haltestelle „Taunusstraße“ nicht mehr ausreichen würde, um die Taktzeiten einzuhalten. Liegen die Kosten bei der von den Anwohnern kritisierten Stichfahrt über die Goethestraße jetzt bei 35.000 Euro, würden sie auf der alternativen Strecke auf rund 200.000 Euro ansteigen.

Auch die von den Anwohnern favorisierte Route über die Straße Im Fuhlenbrock wäre länger und würde daher zu Mehrkosten führen. Außerdem müsste dafür entweder die Haltestellenfolge verändert werden oder aber eine neue Endhaltestelle am Fuhlenbrocker Markt geschaffen werden, teilte die Stadtverwaltung mit. Dort fehle aber der dann nötige Abstellplatz für den Bus.

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