Straßenverkehr

Stromfirmen stellen sich auf mehr Elektroautos ein

An der Ladesäule auf dem Gleiwitzer Platz in der Innenstadt lud SPD-Ratsherr Rüdiger Lehr zur Probe schon mal seinen Elektro-Smart auf.

Foto: Foto: Winfried Labus, Archiv

An der Ladesäule auf dem Gleiwitzer Platz in der Innenstadt lud SPD-Ratsherr Rüdiger Lehr zur Probe schon mal seinen Elektro-Smart auf. Foto: Foto: Winfried Labus, Archiv

Bottrop.   Computerprogramm liefert Daten darüber, wo und wann der Bedarf an Stromtankstellen wachsen wird. Regionaler Energieversorger nutzt es schon.

Das Unternehmen Emscher Lippe Energie (Ele) lässt Vorhersagen darüber erstellen, wie sich die Zahl an Ladestellen für Elektrofahrzeuge in Bottrop und Nachbarstädten in den kommenden Jahren entwickeln wird. Möglich macht dies ein Computerprogramm des Öko-Stromanbieters Innogy. Es weist in Räumen von 100 mal 100 Metern sogenannte Hotspots aus, in denen der Strombedarf durch mehr Ladesäulen besonders groß sein wird.

Noch ist das Angebot an Ladestellen für Elektrofahrzeuge in Bottrop recht gering. Doch die Stadt baut es in kleinen Schritten aus. Vor wenigen Wochen hat sie etwa in ihrem Parkhaus an der Schützenstraße einige neue Ladeboxen angeschlossen. Gemeinsam mit der Ele erprobt die Stadt außerdem das Laden von E-Autos an Laternen. Um die 20 Ladestellen gibt es derzeit zwar erst in Bottrop, so schätzte Innovation-City-Projektmanager Gerwin Conrad, doch die Stadt will auch das Schnellladenetz ausbauen, so dass die Fahrer ihre E-Mobile in weniger als 20 Minuten aufladen können.

Stromnetz muss ertüchtigt werden

Die Stromversorger rechnen ohnehin mit weit mehr Elektrofahrzeugen auf den Straßen. „Mittelfristig stellt die wachsende Zahl an E-Autos eine enorme Herausforderung für die Stromnetze dar“, erklärt Innogy-Vorstand Hildegard Müller. Denn die Stromnetze müssen für den höheren Strombedarf ertüchtigt werden. Intelligent und auch kosteneffizient soll deren Ausbau vonstatten gehen.

Die neue Software von Innogy liefert dafür erstmals fundierte Daten. Die 100-prozentige Innogy-Tochter Westnetz greift bei ihrem Ausbauplänen ohnehin schon darauf zurück. Auch die Ele, an der Innogy neben den Städten Bottrop, Gladbeck und Gelsenkirchen zu gut 50 Prozent beteiligt ist, nutzt nun diese neue Technik.

Konsumforscher ermitteln Daten

„Die Planung des Netzausbaus ist ein Geschäft, bei dem eine möglichst gute Datenbasis ganz besonders wichtig ist. Durch sehr detaillierte lokale Prognosen bietet uns das Werkzeug von Innogy gute Möglichkeiten, das Netz in unserer Region dort zu ertüchtigen, wo wir zusätzlichen Bedarf erkennen“, begründet Ele-Geschäftsführer Ulrich Köllmann diesen Schritt. Denn der regionale Energieversorger könne so in Bottrop und den Nachbarstädten zielgenauer und kosteneffizienter zum Beispiel in Leitungen und Trafo-Stationen oder in die Kommunikation des Stromnetzes investieren.

Der Öko-Stromanbieter Innogy gehört zu den größten Anbietern von Ladetechnik. Die RWE-Tochter hat allein in Deutschland über 5300 Ladestellen für Elektroautos aufgestellt. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse und auch Daten aus weiteren Innogy-Geschäftsfeldern fließen mit in das Computerprogramm ein, teilt das Unternehmen mit. Hinzu kommen dann soziodemografischen Daten wie Alter, Kaufkraft oder Technikaffinität. Diese ermittelt die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Im Ergebnis lassen sich mit Hilfe der Innogy-Software regionale Vorhersagen darüber treffen, wie sich die Anzahl an Ladepunkten für Elektrofahrzeuge kurz- bis mittelfristig entwickeln wird.

Leserkommentare (2) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik