Schulungsangebot

Nachbarn helfen Demenzkranken mit türkischen Wurzeln

Helen Tissen, Kevin Rogowski, Özlem Karalar (v. li., alle vom ASB) und Barbara Josfeld (Sozialarbeiterin und Referentin) stellen die Schulung zur Nachbarschaftshilfe für Menschen mit Demenz und türkischem Migrationshintergrund in Bottrop vor.

Helen Tissen, Kevin Rogowski, Özlem Karalar (v. li., alle vom ASB) und Barbara Josfeld (Sozialarbeiterin und Referentin) stellen die Schulung zur Nachbarschaftshilfe für Menschen mit Demenz und türkischem Migrationshintergrund in Bottrop vor.

Foto: Michael Korte

Bottrop.   Der Arbeiter-Samariter-Bund bietet in Bottrop eine Schulung zur Nachbarschaftshilfe an. Der kulturelle Hintergrund wird dabei berücksichtigt.

Die Diagnose Demenz ist nicht nur für Betroffene ein Schock. Auch Verwandte und Freunde benötigen professionelle Hilfe bei der Betreuung. Das gilt insbesondere für Familien mit türkischem Migrationshintergrund. Deshalb bietet der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) an der Tagespflege „Am Germaniahof“ im Mai eine spezielle Schulung an – zur Nachbarschaftshilfe für Menschen mit türkischen Wurzeln, die an Demenz erkrankt sind.

Sozialarbeiterin Barbara Josfeld hat als verantwortliche Referentin der Schulung seit 2008 schon umfangreiche Erfahrungen mit türkischen Angehörigen zum Thema Demenz gesammelt. „Die erste Generation an Türken in Deutschland ist mittlerweile in einem Alter, die verstärkt pflegebedürftig ist“, sagt sie. Türkische Angehörige machen im Vergleich zu Deutschen unterschiedliche Erfahrungen mit Demenzkranken. „Zum Beispiel aufgrund ihrer Herkunft und dem kulturellen Hintergrund werden sie oft mit anderen Problemen und Fragen konfrontiert“, erklärt Josfeld.

Teilnehmer erhalten fachmännische Hilfe

Diese Schulung soll nicht nur dem gefährlichen Halbwissen aus dem Internet vorbeugen. Vielmehr erhalten die Teilnehmer fachmännische Hilfe. Unterschiedliche Mitarbeiter aus der Pflege oder aus dem Ambulanten Dienst vom ASB werden aus ihrem Alltag mit Demenzkranken mit türkischen Wurzeln berichten.

„Es geht darum, dass die Angehörigen die Betroffenen betreuen und nicht pflegen“, betont Josfeld. Der Kurs sei für alle Angehörigen und Nachbarn offen, die sich im privaten Umfeld um einen türkischstämmigen Demenzkranken kümmern. Man sei als Teilnehmer nicht verpflichtet, im Anschluss der Schulung den ASB-Pflegedienst in Anspruch zu nehmen, so Josfeld.

In der Schulung wird es viele praktische Übungen geben

Am Mittwoch, 8. Mai, startet die Schulung, die an vier weiteren Terminen im Mai fortgesetzt wird. Ein Termin dauert rund zweieinhalb Stunden. „Es wird viele praktische Übungen geben“, verspricht die Referentin.

Zwei Dinge sind Barbara Josfeld bei der Schulung zur Nachbarschaftshilfe besonders wichtig. Zunächst soll Wissen zum Krankheitsbild vermittelt werden. Und zum anderen sollen die Angehörigen die Welt eines Menschen, der an Demenz erkrankt ist, verstehen. Schon 2016 wurde eine solche Veranstaltung beim ASB erfolgreich organisiert. Seitdem treffen sich die damaligen Teilnehmer einmal im Monat zum regelmäßigen Austausch und zur Weiterbildung.

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