Ein Türchen im Advent

Mit der Kunst geht es im Kunstatelier Freihand zur Inklusion

Praktikant Marius Pohler, Ina Koppenborg, Ingo Meier – Gruppenleiter des Kunstateliers Freihand – und Werner Bönigk (v.l.) besprechen im Kunstatelier die Arbeit.

Praktikant Marius Pohler, Ina Koppenborg, Ingo Meier – Gruppenleiter des Kunstateliers Freihand – und Werner Bönigk (v.l.) besprechen im Kunstatelier die Arbeit.

Foto: Thomas Gödde

Bottrop.   Im Kunstatelier Freihand in der Bottroper Rheinbabenwerkstatt sind Menschen mit Handicap kreativ. Ihre Arbeiten werden auch verkauft.

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Das „Kunstatelier Freihand“ bietet Menschen mit Handicap die Möglichkeit, sich kreativ mit verschiedenen Farben und Bastel-Materialien auszudrücken. Das Kunstatelier Freihand gibt talentierten Künstlern die Chance, eigene Ideen auf Leinwand oder Papier umzusetzen und feinteilige Handwerksarbeiten herzustellen.

Wenn sich die unscheinbare Tür zu diesem Arbeitsraum in der Rheinbabenwerkstatt an der Heinrich-Theißen-Straße öffnet, erkennen Besucher sofort, hier sind Maler, Zeichner und Skulpteure am Werk, die sehr viel Leidenschaft und Mühe in ihre Arbeiten legen. In der Arbeitsgruppe des Diakonischen Werkes Gladbeck-Bottrop-Dorsten stellen die Beschäftigten mit geistiger Behinderung eigene Kunstwerke wie auch Auftragsarbeiten her. Jeder Beschäftigte hat sein persönliches Spezialgebiet und seinen eigenen Stil. sich auszudrücken.

Auftragsgemälde ist in Arbeit

Der Blick fällt zuerst auf den großen Arbeitstisch in der Mitte des Raumes, auf dem Farben, Hölzer, Kleber, Papiere und Filze wie auch Pinsel und Werkzeuge verstreut liegen. Vor einer übergroßen Leinwand, die derzeit im Eingangsbereich steht, schützen Pappkartons den Fußboden. Die Pappkartons

haben blaue, graue und weiße Flecken. Hier bekommt das riesige Auftragsgemälde derzeit das passende Kolorit.

An den Wänden des Ateliers hängen besonders schöne oder prachtvolle Gemälde der Beschäftigten, die einen Ehrenplatz verdient haben. Es fällt auf: Werner Bönigks Kunst ist sehr abstrakt, seine Arbeiten zeichnen sich vor allem durch ein umfassendes Formen- und Farbenspiel aus. Linien kreuzen Kreise, Dreiecke schließen Quadrate ein. Die Bilder sind mit unterschiedlichen Farbtönen überladen, die jedoch miteinander harmonieren. André Jägers Werke haben hingegen eine eigene Anziehungskraft. Er stellt Menschen über ihre Gesichter auf verschieden Untergründen dar und arbeitet Wesenszüge heraus.

Fotografie und Film sind geplant

In einer Ecke der Kunstateliers Freihand stehen zwei Postkartenständer, die von oben bis unten mit Post- und Anlasskarten gefüllt sind. Sie sind das Haupterzeugnis der engagierten Arbeitsgruppe der Rheinbabenwerkstatt, die neben den großformatigen Bildern noch kleinere Produkte wie Flaschenöffner-Magneten oder Postkarten-Kalender herstellt.

„Unser Auftrag ist es, dass Kunst zu einem Instrumentarium von Inklusion wird. Die Inklusion besteht in diesem Fall darin, mit unseren Arbeiten an die Öffentlichkeit zu gehen und den Menschen zu zeigen, dass Menschen mit Behinderung Kunst genauso schaffen können, wie jeder andere“, betont Gruppenleiter Ingo Meier. In naher Zukunft plant der Heilerziehungspfleger, mit den Beschäftigten noch weitere Kunstwege einzuschlagen. Er möchte neue Ausdrucksmöglichkeiten für die Beschäftigten einführen und mit ihnen zeichnen, fotografieren und filmen.

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