Kunst-Aktion

LED-Drohne schwebt über Tetraeder

Kameramann, Fotograf und Drohnenpilot Matthias Barth (re.)  präpariert mit seinem Team-Kollegen eine Drohne mit der Lichttechnik.

Foto: M. Barth

Kameramann, Fotograf und Drohnenpilot Matthias Barth (re.) präpariert mit seinem Team-Kollegen eine Drohne mit der Lichttechnik. Foto: M. Barth

Bottrop.   Der Kameramann Matthias Barth dreht einen Stimmungsfilm. Mit seiner fliegenden Lichtkonstruktion fängt er Bilder an fünf Orten im Ruhrgebiet ein

Wie ein riesiger Suchscheinwerfer kreist der Lichtstrahl einer großen Drohne über dem Tetraeder. Die acht Propeller des fliegenden Copters drehen sich unermüdlich, um das Gewicht der imposanten Lichtinstallation in die Höhe zu hieven. Rund 50 Meter geht es über den Boden der Halde Beckstraße. Von der Spitze wird gestartet. Insgesamt wiegt das surrende Flugzeug zehn Kilogramm.

Fehlversuche führen zum Erfolg

Der Münchener Freiberufler Matthias Barth hält mit seiner Kamera die Eindrücke des Fluges in der Dunkelheit fest. Der Kameramann, Fotograf und Drohnenpilot ist Experte auf seinem Gebiet und hat schon mehrere Filme, darunter „One Night in Munich“ gedreht. Nun möchte er einen etwa zweiminütigen „Moodfilm“ (Stimmungsfilm) drehen, der neue Perspektiven mit moderner Lichttechnik auslotet.

„Wir drehen an fünf verschiedenen Plätzen im ganzen Ruhrgebiet. Ich möchte die Landschaft einfangen und mit der Drohne einzelne Orte ausleuchten. Es werden in jedem Fall starke Bilder“, prophezeit der Fachmann selbstbewusst. „Wir filmen nicht nur in Bottrop. Weitere Kulissen sind die Zeche Zollverein in Essen, der Landschaftspark in Duisburg, die Kokerei Hansa in Dortmund und das Geleucht in Moers.“ Jedem Schauplatz komme in der Nacht eine besondere Bedeutung zu. Das partielle Licht des Drohnen-Scheinwerfers hebe bestimmte Merkmale der Drehorte hervor. Beim Tetraeder seien es die Spitze und die Stützen.

LED-Panel hängt am Flieger

Die Idee zum Projekt kam Barth in diesem Jahr spontan, als er einen Kurzfilm über einen spektakulären Drohnenflug sah. Er ließ sich von einem amerikanischen Drohnenpiloten inspirieren, der mit seiner Lichtinstallation faszinierende Bilder schuf. „Bis jetzt hat noch niemand so ein großes LED-Panel an einen Flieger gehängt. Ich wollte es einfach ausprobieren“, so der Filmkünstler.

„Die ersten Anläufe sind leider ziemlich schiefgegangen. Trotz der Unterstützung zweier Elektroniker wollte die Drohne nicht steigen und die Lichtanlage nicht richtig funktionieren.“ Der Teufel liege bekanntlich im Detail. Die hohen, auftretenden Spannungen würden einen Start schwierig machen.

Trotz der ersten Probleme klappte der Flug dann irgendwann doch. Die Drohne hob mitsamt der Lichtanlage ab – und die Dreharbeiten konnten losgehen.

Eine neue Sicht etablieren

Matthias Barth plant, seinen spannenden Kunstfilm des Drohnenfluges in den kommenden Wochen fertig zu schneiden und der Öffentlichkeit frei zugänglich zu machen. Der Streifen soll auf der Internetadresse www.flughelden.com wie auch auf einigen Nachrichtenportalen online gehen.

Barth: „Ich möchte mit dem Film eine neue Sicht etablieren. Sie ist vielleicht auch etwas für Werbeproduktionen. Ein großes, fliegendes Licht gibt es bisher meines Wissens in der Filmindustrie nicht.“

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