Kultur

Weltklassik am Klavier: Luiza Borac begeisterte das Publikum

Luiza Borac spielte Klavierstücke von Clara und Robert Schumann und Brahms beim Klavierkonzert im Hof Jünger.

Luiza Borac spielte Klavierstücke von Clara und Robert Schumann und Brahms beim Klavierkonzert im Hof Jünger.

Foto: Andreas Hofmann / FUNKE Foto Services

Kirchhellen.  Eine musikalische Dreiecksbeziehung: die Schumanns und Johannes Brahms. Ihre Werke stellte Luiza Borac in den Mittelpunkt ihres Konzertes.

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„Nicht nur Bottrop hat dieses Jahr Geburtstag, auch Clara Schumann wäre 200 Jahre alt geworden“, erklärte Hermann Reinbold vom Kulturzentrum Hof Jünger, der die zahlreichen Besucher zum Konzertabend der Reihe „Weltklassik am Klavier“ begrüßte.

Clara Schumann hatte sich wie keine andere Frau ihrer Zeit als Pianistin, Komponistin und Musikpädagogin schon zu Lebzeiten einen Ruf gemacht. Frédéric Chopin und Franz Liszt schwärmten von ihrem Spiel. Mit ihr eng verbunden waren ihr Gatte Robert Schumann und Johannes Brahms, der Clara Schumann zeit seines Lebens verehrte. Diese musikalische Dreiecksbeziehung spiegelte sich auch im Programm des Konzertabends wieder. So startete der Abend zwar mit Clara Schumanns Kompositionen wie der Polonaise Es-Dur op.1, wurde aber mit Johannes Brahms 16 Walzer op. 39 – eine Walzerstudie die sich klanglich durchaus am bekannten Donauwalzer des Johann Strauss bediente – und Robert Schumanns Kinderszenen op. 15 fortgeführt. Dazu gehörte auch die erst 2009 am Bodensee entdeckte Komposition „Ahnung“.

Musikausbildung begann mit vier Jahren

Interpretiert wurden diese Stücke von der aus Rumänien stammende Pianistin Luiza Borac, die mit ihrem dynamischen Spiel und nuancierten Steigerungsmöglichkeiten das Publikum begeisterte. Kein Wunder, denn die vielfach ausgezeichnete Pianistin begann ihre Musikausbildung schon mit vier Jahren und promovierte sogar in ihrem Fach.

Nach der Pause ging es mit Robert Schumanns Kompositionen weiter. Und zwar mit symphonischen Etüden in der Fassung von 1852 op. „Ein Meilenstein der Klavierliteratur“, erklärte Luiza Borac, die selber durch ihr Programm führte. Das Publikum war jedenfalls auch von diesem Stück und Borac‘ Interpretation begeistert.

Wiegenlied als Zugabe

Aber Luiza Borac ist eben ganz wie Clara Schumann eine Meisterin ihrer Zunft, die sich für ihre Darbietungen den verdienten Applaus abholte. Dafür gab es natürlich auch etwas als Zugabe zu hören. Besonders schön dabei: das Wiegenlied von Johannes Brahms, das den meisten wohl eher unter dem Titel „Guten Abend, gut’ Nacht“ bekannt sein dürfte.

Schön auch, dass die Konzertabende noch neue Besucher anlocken können. So war eine Dame, die namentlich nicht genannt werden möchte, zwar schon zu einem der Filmabende im Hof Jünger, jedoch zum ersten Mal bei einem der Konzertabende und zeigte sich sichtlich begeistert. Sie wolle nun öfters kommen.

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