Stadtentwicklung

Stadt: Bis 2022 ist das Straßennetz am Schultenkamp geknüpft

Christina Kleinheins, Leiterin des Stadtplanungsamtes, und Baudezernent Klaus Müller berichten im Brauhaus über die bisherige und die  weitere Entwicklung des größten Neubaugebietes der Stadt.

Christina Kleinheins, Leiterin des Stadtplanungsamtes, und Baudezernent Klaus Müller berichten im Brauhaus über die bisherige und die weitere Entwicklung des größten Neubaugebietes der Stadt.

Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services

Kirchhellen.  Das größte Neubaugebiet der Stadt bekommt ein neues und zwei sanierte Straßenstücke. Anwohner wünschen sich mehr Radwege - wohl vergeblich.

Bis zum Jahr 2022 will die Stadt das Straßennetz für das Neubaugebiet Schultenkamp geknüpft haben.

Dann sollen der Kirchhellener Ring zu Ende gebaut sowie Hackfurthstraße und Dorfheide saniert sein. Anders als von Anwohnern dringend gewünscht wird es aller Voraussicht nach am Endstück des Rings und der Dorfheide keinen Radweg geben. Die Stadt will dort den Verkehr aus dem neuen Wohngebiet in Tempo-30-Zonen bündeln und beruhigen. In solchen Zonen sehe die Straßenverkehrsordnung keine Radwege vor, sagte Baudezernent Klaus Müller bei einer Bürgerversammlung der CDU zur Entwicklung des neuen Wohngebietes.

Neue Heimat für mehr als 1000 Menschen

„Ich habe nicht mit so viel Andrang gerechnet“, sagte Bottrops CDU-Chefin Anette Bunse bei der Begrüßung. Gastgeber Perica Prgomet vom Brauhaus am Ring schon. „Bei dem Thema? Das wird voll.“ Und wie: Für die letzten Interessenten im Gartensaal blieben nur noch Stehplätze. Viele Teilnehmer wohnen schon am Schultenkamp, andere denken über einen Zuzug nach.

Das Interesse ist also ungebrochen am Wohnen im Neubaugebiet, das bis zu letzten Ausbaustufe mehr als 1000 Menschen eine neue Heimat bieten wird. Derzeit entsteht der dritte Bauabschnitt an der Rentforter Straße, den vierten bereiten die Stadtplaner gerade vor. Für einen fünften Bauabschnitt, den die Stadt in Eigenregie stemmen will, sind die ersten Gespräche mit den Grundstückseigentümern gelaufen, berichtet Planungsamtsleiterin Christina Kleinheins. Bis auch dort die Bagger anrollen, „kann es noch ein paar Jahre dauern“.

„Ich finde, es ist sehr schön geworden“

Stefan Höing vom Bauträger Haas & Höing zog eine Zwischenbilanz seit dem ersten Spatenstich 2009: „Ich finde, es ist sehr schön geworden.“ Das planerische Ziel, das Gebiet zu gliedern mit Grünflächen und Wohnstraßen. habe genauso funktioniert wie der Einsatz von erneuerbaren Energien zu Heizen: „Seit 2009 ist dort kein Haus mehr mit fossiler Heizung entstanden.“

Baudezernent Klaus Müller beschreibt den Stand der Planung für den Endausbau des Verkehrsnetzes. Im Sommer soll das Endstück des Kirchhellener Rings entstehen, bisher noch Baustraße zwischen Hackfurthstraße und Rentforter Straße. Parallel beginnt die Stadt mit dem Ausbau der Dorfheide. Beide Baustellen sollen nach acht bis zehn Monaten geschlossen sein.

Wunsch nach Radwegen

An beiden Straßen haben Anwohner sich Radwege gewünscht vor allem für die künftigen Grundschüler. Dieser Wunsch wurde auch auf der Bürgerversammlung laut. Er wird aber nicht in Erfüllung gehen, sagt Müller. An der Dorfheide ist eine Tempo-30-Zone schon beschossene Sache, am Kirchhellener Ring „macht Tempo 30 auch Sinn“, sagt Müller. Kleinere Radler dürften dort den Fußweg benutzen, größere den Straßenraum. Müller: „Das ist Standard beim Tempo-30-Zonen in Bottrop. Die Straßenverkehrsordnung erlaubt in Tempo-30-Zonen keine Radwege.“

An der ausgebauten Hackfurthstraße dagegen wird es Radwege geben, wenn dort ab 2021 auf einer Fläche von 15.500 Quadratmetern die Marterstrecke einer neuen, 18 Meter breiten Straße weichen soll. Vorher muss noch eine Lücke im Kanalnetz zwischen Kirchhellener Ring und Dorfheide geschlossen werden. Müller rechnet mit 18 Monaten Bauzeit: „2022 steht die Infrastruktur für das Neubaugebiet.“ Für die Bauzeit verspricht er: „Jedes Grundstück wird nicht zu jeder Zeit, aber an jedem Tag erreichbar bleiben.“ Und für die Zeit danach: „Die Anwohner werden dann deutlich ruhiger wohnen.“

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