Umwelt

Letzter Aufruf: Stoppt die Baumfällungen an der Hauptstraße

Bis zur Clemens-Hofbauer-Straße haben sich die Fälltrupps der Stadt schon die Hauptstraße hochgearbeitet,.

Bis zur Clemens-Hofbauer-Straße haben sich die Fälltrupps der Stadt schon die Hauptstraße hochgearbeitet,.

Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services

Kirchhellen.  Landschaftsarchitekt Peter Drecker will die Fällung der Kastanien an der Hauptstraße in letzter Minute verhindern. Sie sei unsensibel.

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Am Mittwoch hat der Fachbereich Grün damit begonnen, die Kastanienallee an der Hauptstraße zu fällen. Während die Bezirksvertreter sich damit abgefunden haben, unternimmt Landschaftsarchitekt Peter Drecker einen letzten Versuch, die Allee zu retten.

Peter Drecker steht auf der Hauptstraße und weist auf die Kastanien neben dem Jugendkloster. „Sehen die aus wie todkranke Bäume, denen morgen die Kronen abstürzen?“ Mit zwei Kernthesen will er versuchen, weitere Fällungen zu verhindern. Sein Vorwurf: Dem Fachbereich Grün fehle die Sensibilität im Umgang mit den Standorten. „Ich will nicht hören, was er gemacht hat, um die Bäume fällen zu dürfen. Ich will hören, was er gemacht hat, um die Fällungen zu verhindern.“

Neue Erkenntnisse

Mit der Einschätzung, die Kastanien seien alle Gefahrenbäume, weil Bakterienbrand und anschließender Pilzbefall für Weißfäule und anschließende Astbrüche sorgen, haben sich die Bezirksvertreter zufrieden geben und einstimmig der Fällung zugestimmt. Drecker will das so nicht hinnehmen. „Es mag sein, dass die Kastanie als Straßenbaum auf mittlere Sicht ausgedient hat. Aber deshalb brauchen wir sie doch nicht heute alle zu fällen.“ Zumal es nach seinen Angaben erste wissenschaftliche Erkenntnisse darüber gibt, dass der Klimawandel womöglich den Schaden durch Bakterienbrand aufhalten könne. Trockene Sommer könnten dazu führen, dass das „Bluten“ der Bäume durch Austrocknen gestoppt wird.

Gespendete Bäume

Drecker erinnert daran, dass die Kastanienallee wesentlich entstanden sei durch Spenden der Schützen- und Brezelbrüder. Regelmäßige Kontrollen und Kronenschnitte könnten die Erhaltung der Kastanien noch über Jahre möglich machen. Die angekündigten Neupflanzungen sind ihm wahrlich kein Trost: Vielen der „Besenstiele“ könnten schnell absterben. Außerdem zweifelt er daran, dass zwei Baumreihen mit verschiedenen Arten wirklich die Bezeichnung Allee verdienen.

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